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Zum Auftakt der Gruppenphase im EHF-Pokal gastiert die TuS Metzingen am Sonntag (19 Uhr) beim schwedischen Vertreter IK Sävehof.

Die Feiertage sind vorbei, der EHF-Cup beginnt – und mit ihm eine strapaziöse Zeit für die TuS Metzingen. Neben dem kontinentalen Wettbewerb gilt es auch noch jene in Deutschland zu bespielen.

Im Falle der TuS Metzingen heißt es, dass sie nach dem Spiel bei IK Sävahof am Sonntag, am Mittwoch schon wieder im DHB-Pokal gefordert ist, wenn es in Neckarsulm um den Einzug ins Final Four geht. Wie gesagt strapaziös, aber auch reizvoll. „Es ist das Ziel jeder Spielerin, auf europäischer Ebene zu agieren“, hat Trainer André Fuhr schon vor Wochen gesagt.

Dementsprechend vorgearbeitet haben seine Mädels, die über die Stationen Grude (Bosnien und Herzegowina), Astrachan (Russland) und Most (Tschechien) in die Gruppenphase gerauscht sind. Haften blieben dabei die Auftritte gegen Astrachan (28:27-Sieg auswärts, 38:26-Sieg zu Hause). Zur Erinnerung: Astrachan stellte sechs Spielerinnen für das russische Nationalteam, das Vize-Europameister wurde. In diesem Lichte strahlen die Auftritte der Pink Ladies noch ein bisschen heller.

Respekt und Vorfreude

Das ist aber Geschichte. Jetzt beginnt die ganz heiße Phase. Trainer André Fuhr hat schon bei der ersten Trainingseinheit im Neuen Jahr gespürt, dass seine Spielerinnen brennen. „Es ist eine Mischung aus Anspannung, Respekt und Vorfreude. Das geht mir genauso“, so Fuhr, der seinen Mädels eine astreine Einstellung bescheinigen kann. Nach dem Spiel in Bensheim am vergangenen Samstag wurden einige Sachen angesprochen, mit denen er nicht so zufrieden war. Es scheint, dass die Kritik auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Die Mannschaft war konzentriert bei der Arbeit. Und das ist auch gut so.

„Es ist eine hochinteressante Gruppe. Jedes Spiel ist eine sportliche Herausforderung“, sagt Fuhr. Sävehof schied zwar in der ersten Gruppenphase der Champions-League ohne Pluspunkt aus. In den Heimspielen gegen Brest und Rostov Don leisteten die Schwedinnen aber lange erbitterte Gegenwehr. „Sie pflegen den schwedischen Stil. Hohe Passgeschwindigkeit und viel Bewegung prägen ihr Spiel. Zudem sind die Spielerinnen individuell sehr gut ausgebildet“, sagt der TuS-Trainer. Seine Mannschaft muss so schnell wie möglich in ihr Tempospiel kommen. Dazu fordert er eine bewegliche und aggressive Abwehr ein.

Ziel ist es, in Schweden eine gute Basis für die gesamte Gruppenphase zu schaffen. „Da müssen wir zwei Punkte mitbringen“, verlangt André Fuhr ohne Umschweife die volle Ausbeute. Sävehof ist zwar stark einzuschätzen, die Ungarinnen aus Siófok gelten aber als Topfavorit auf den Sieg im EHF-Cup, Herning-Ikast (Dänemark) ist knapp darunter anzusiedeln. Es ist das erste Spiel, es geht aber schon um einiges.

Elin Hallagard und Johanna Ahlm sind das Duo auf der Spielmacherposition, gleichzeitig die erfahrendsten Spielerinnen im Kader. Der Rest ist jung und voller Tatendrang. Die 18-jährige Nina Dano aus dem rechten Rückraum hat André Fuhr bei Video-Recherchen Respekt eingeflößt. Nationalspielerin Olivia Mellegard kann ein weiterer Problemherd werden. Zudem habe Sävehof sehr viele Wechsel-Optionen.

Viele Optionen

Das wird sicher auch seinem schwedischen Kollegen aufgefallen sein, als er sich über die TusSies schlau machte. Immer wieder ragt aus dem Kollektiv eine Spielerin heraus. Zuletzt wird ihm Shenia Minevskaja ins Auge gestochen sein, Isabell Roch zeigte eine famose Leistung im Tor. Sollte er das Spiel gegen Nellingen herangezogen haben, ist ihm angst und bange geworden. Den 38:26-Sieg gegen Astrachan hat Delaila Amega damals wie folgt klassifiziert. „Es war eine geile Mannschaftsleistung.“ Und eine solche ist nun auch für Sonntag in Göteborg in der pinken Planung.

Fahrplan der TusSies durch Europa

Sonntag, 6. Januar, 19 Uhr
IK Sävehof – TusSies

Samstag, 12. Januar, 20 Uhr
TusSies – Siófok KC (Ungarn)

Sonntag, 20. Januar, 16 Uhr
Herning-Ikast Handbold (Dänemark) gegen TusSies

Samstag, 26. Januar, 20 Uhr
TusSies gegen
Herning-Ikast Handbold

Samstag, 2. Februar, 20 Uhr
TusSies – IK Sävehof

Sonntag, 10. Februar, 15 Uhr
Siófok HC – TusSies

Der gößte Handballverein der Welt

Nicht nur, dass IK Sävehof sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern in der höchsten schwedischen Liga vertreten ist, der „Idrottsklubben“ gilt zudem als größter Handballverein der Welt. was sich mit eindrucksvollen Zahlen belegen lässt. Vier Mannschaften sind im Erwachsenenbereich gemeldet. Das ist freilich noch nicht rekordverdächtig – der Rest macht indes sprachlos. 90 Jugendmannschaften schickt der Verein ins Rennen, 160 Trainer werden beschäftigt, 350 Funktionäre sorgen für den reibungslosen Ablauf des Spielbetriebs. 2000 Mitglieder zählt der Verein.
Sävehof ist in Partille ansässig, einem Ortsteil von Göteborg. Folgerichtig heißt das größte Handball-Jugendturnier der Welt Partille-Cup und wird alljährlich vom IK Sävehof veranstaltet.Gespielt wird in den Partillebohallen (2000 Zuschauer) bei besonderen Anlässen steht das Scandinavium (8525 Plätze) zur Verfügung. ⇥wose

Wolfgang Seitz
Sportredakteur  der SWP