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Im Hinspiel der dritten Runde im EHF-Cup tritt die TuS Metzingen am Sonntag (18 Uhr) in Tschechien beim DHK Banik Most an.

Nach dem Training am Mittwochabend haben die TusSies gemeinsam die Auslosung fürs Viertelfinale im DHB-Pokal verfolgt. Sie müssen die überschaubare Reise zur Neckarsulmer Sportunion antreten. Allgemeiner Tenor: Man ist mit dem, was DFL-Präsident Reinhard Rauball aus der Trommel gefischt hat, nicht unzufrieden. „Jedes Spiel muss zuerst gespielt werden“, hat Trainer André Fuhr mahnend den Zeigefinger gehoben. Die Favoritenrolle werde man annehmen, die Aufgabe mit der nötigen Konzentration und Respekt angehen.
Ganz ähnlich sieht es am Sonntag aus, wenn die TuS in der dritten Runde des EHF-Cups beim tschechischen Meister DHK Banik Most gastiert. „Auch da hätten wir unangenehmere Sachen erwischen können, sowohl organisatorisch als auch sportlich“, sagt Fuhr. Organisatorisch ist es dahingehend einfach, dass man mit dem Bus anreisen kann, der am Samstag um 7.30 Uhr startet. Gut 500 Kilometer später wird er am Ziel in Nordböhmen sein.

Die TuS Metzingen will sich eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel schaffen, das am Samstag, 17. November (20 Uhr), in der Öschhalle steigt. „Man spürt jeden Tag, was für eine große Bedeutung der Europapokal für die Mannschaft hat. Fürs Teambuilding gibt es nichts besseres“, weiß der Trainer. Dass bei Erreichen der Gruppenphase die Belastung im Januar und Februar immens wird, weiß er auch. Trotzdem will er mit seinem Team weiterkommen – sonst wäre er als Trainer ja auch fehl am Platz.
Most hat er beim Sichten von Videomaterial als junge, ausgeglichen besetzte Mannschaft kennengelernt. die sich im Rückraum sehr flexibel verhält. Sara Kovarova ist im rechten Rückraum sehr wurffreudig, auf links muss man das Augenmerk auf Jana Sustkova richten.

Banik Most musste einen Umbruch verkraften. Der Abgang etlicher Spielerinnen, auch von Leistungsträgerinnen, wurde mit hungrigen und jungen Kräften kompensiert. Zu Beginn tat man sich im Ligabetrieb schwer, hing doch sehr in den Seilen, mittlerweile hat die Mannschaft nach sieben Spielen vier Siege und drei Niederlagen zu vermelden, rangiert folgerichtig im Mittelfeld. „Schon die Tatsache, dass sie die dritte Runde erreicht haben, ist ein Beleg für Qualität. Most ist ja nicht mit Freilosen weitergekommen“, sagt André Fuhr.
Trotzdem, das kann man sicher so sehen, ist die TuS Metzingen die Mannschaft, der man das Weiterkommen zutrauen kann. Nur um es noch einmal zu erwähnen: Die TusSies sind bei acht Siegen in Serie angekommen. Es läuft – kann man es kurz und bündig zusammenfassen. Eindrucksvoll war die Doppelschicht am vergangenen Wochenende gegen den VfL Oldenburg. 34:21 (Pokal) und 43:29 (Liga) haben die Metzingerinnen gewonnen. Und dieses Team, das scheinbar nicht genug bekommt, von dem sein Trainer sagt, dass es eine richtige „Angriffsmaschine“ ist, nimmt nun die letzte Hürde vor der Gruppenphase im EHF-Cup in Angriff. Alle sind gesund und munter – die Langzeitverletzten ausgenommen. Marija Obradovic wurde am Donnerstag am Kreuzband operiert. Monika Kobylinska hat vor kurzem versprochen, dass man für die mitkämpfe. Sicher wird sie ihr in Böhmen auch ein paar Tore spendieren. Was das anbelangt, ist die polnische Nationalspielerin in den letzten Wochen sehr freigiebig, ihre Kolleginnen in pink auch. Diesen Trend gilt es zu bestätigen.

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP