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Im Erstliga-Derby empfängt die TuS Metzingen am Samstag (20 Uhr, Öschhalle) Frisch Auf Göppingen.

Es gab, das hat TuS-Rechtsaußen Marlene Zapf bei der Pressekonferenz verraten, eine kleine Belohnung. „Am Dienstagnachmittag war kein Training, da haben wir uns im Thermalbad erholt.“ Das musste nach drei Siegen in einer Woche reichen. Schließlich gab es einiges zu tun im Vorfeld des Derbys gegen Frisch Auf Göppingen. FA-Trainer Aleksandar Knezevic lässt seine Damen in einer 3:2:1-Formation verteidigen, die richtig offensiv ans Werk geht, manchmal gar in den Harakiri-Modus verfällt. „Wir trainierten viel 1:1-Situationen“, verrät Marlene Zapf nicht zu viel. Da kam es durchaus zupass, dass der SV Union Halle-Neustadt, am vergangenen Samstag Gastgeber der TusSies, ebenfalls diese Art der Verteidigung präferiert. „Da haben wir Glück, dass wir diese beiden Teams unmittelbar hintereinander bekommen“, sagte Trainer André Fuhr.

Der erste Versuch, dieser aus dem Männerhandball bekannten Variante beizukommen, hat nur unzureichend geklappt. Wobei der Trainer nicht unbedingt alles an der Haller Abwehr festmachen will, was zum Abschluss der englischen Woche nicht ganz so toll war. „Wir hatten dort Probleme mit uns selbst. Präzision und Sicherheit haben in unseren Aktionen gefehlt“, so Fuhr. Und das soll sich ändern: „Wir haben die Qualität, aus den Fehlern zu lernen. Man braucht eine andere Einstellung, um erfolgreich zu sein, und die werden wir bringen.“ Man sollte vielleicht erwähnen, dass die TuS beim Tabellenletzten mit 32:27 gewonnen hat. Andere Vereine haben sich dort noch schwerer getan. Gleichwohl ist Frisch Auf Göppingen ein anderes Kaliber. Da muss man schon noch einiges draufpacken.

Das Hinspiel unter dem Hohenstaufen haben die Metzingerinnen mit 31:21 gewonnen. „Da haben wir sie mächtig geärgert“, erinnert sich Fuhr. Sein Kollege Knezevic wird deshalb auf Revanche sinnen. „Er holt aus einem gewohnt kleinen Kader immer das Optimale heraus“, darf sich jener des Respekts des Metzinger Kommandogebers sicher sein.

Michaela Hrbkova ist die Ausnahmespielerin in Reihen der Grün-Weißen. Vorbereitet ist man zudem auf das exzellente Kreisspiel. Mit Petra Adamkova und Lina Krhlikar tummeln sich zwei völlig unterschiedliche Spielerinnen in der Nahwurfdistanz. Darauf gilt es also ein Auge zu werfen.
Niemand schielt

Göppingen rangiert mit 18:16 Punkten auf Rang sieben, gehört in jene Kategorie, in der sich auch Borussia Dortmund und der Buxtehuder SV befinden. Beiden haben die TusSies bekanntlich binnen weniger Tage jeweils eine 33:18-Abreibung verpasst.

Ein weiterer Sieg und niemand könnte den Ermstälerinnen mehr Platz drei streitig machen. Ob man eventuell noch nach mehr schielt, wurde in der PK gefragt. „Herbert hat gesagt, dass er die letzten zehn Spiele gewinnen will. Dann kommen wir am Thüringer HC ja schon einmal nicht mehr vorbei“, verweist Fuhr auf den Kollegen Müller. Was er eigentlich damit sagen wollte: Seine Mannschaft konzentriert sich immer auf die unmittelbar anstehende Aufgabe – und schielt nirgendwo hin.

Aktuell also auf Göppingen. Nicht dabei sein wird neben den Langzeitverletzten Dorina Korsos, die am Mittwoch erfolgreich am Meniskus operiert wurde. In vier bis sechs Wochen ist sie wieder an Bord. Tamara Haggerty ist nach dem Muskelfaserriss noch nicht wieder ins Teamtraining eingestiegen. Mit ihr ist frühestens nach der internationalen Pause zu rechnen.

Shenia Minevskaja zieht es nach Brest

Französische Medien haben es am Donnerstag vermeldet: Shenia Minevskaja wechselt von der TuS Metzingen zum französischen Champions-League-Teilnehmer Brest. Das hat die Rückraumspielerin auf ihrer Facebook-Seite bestätigt. Sie wird dort Teamkollegin von Monika Kobylinska, die es ebenfalls von der Erms an den Atlantik zieht. Für zwei Jahre hat die deutsche Nationalspielerin unterschrieben, deren Vertrag in Metzingen nicht verlängert wurde. Gepriesen wird von ihrem neuen Arbeitgeber, dass sie in Abwehr und Angriff gleichermaßen stark ist und damit genau die Spielerin, die man gesucht hat.

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP