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René Hamann-Boeriths, Trainer der TuS Metzingen, ist im Final-Modus. „Ab sofort ist jedes Spiel ein Finale“, hat er seinen Mädels klargemacht, die freilich selbst rechnen können. Es ist verdammt eng geworden im Rennen um einen Platz im EHF-Pokal. Dorthin will auch der sonntägliche Gastgeber, der TSV Bayer 04 Leverkusen, der nach Minuspunkten gleichauf liegt mit der TuS Metzingen. Die Werkselfen haben am vergangenen Wochenende das Derby gegen Dortmund mit 22:20 gewonnen, die TusSies ihres gegen Bietigheim mit 20:21 verloren.

Damit musste man sich in Metzingen unter der Woche natürlich beschäftigen – und kam zum absolut nachvollziehbaren Schluss, dass sich vorne einiges ändern muss. In erster Linie die Trefferquote. „Mit der Abwehr war ich über 60 Minuten sehr zufrieden. Wir haben aber im Angriff viel zu wenig Druck aufgebaut, kamen zu wenig in die Gegenstöße“, blickt der Coach zurück.

Genau an diesen Stellschrauben wurde unter der Woche gedreht – allerdings mit reduziertem Personal. Marija Obradovic ist im Training umgeknickt, wird am Freitag wieder auf der Platte erwartet. Ina Großmann hatte sich an einem Finger verletzt, war aber schnell wieder an Bord. Dorina Korsos, der Pechvogel im Team, muss schon wieder pausieren. Man hofft im TuS-Lager inständig, dass die erneuten Knieprobleme nicht ernsterer Natur sind. „Wir werden mit dem selben Team auflaufen, wie am vergangenen Samstag“, so Hamann-Boeriths. Also weiterhin ohne Monika Kobylinska, die nach ihrem Fingerbruch noch Gips trägt. Kelly Vollebregt fehlt nach ihrem Kreuzbandriss sowieso.

Gefasst machen muss man sich in Leverkusen auf offensive Deckungsvarianten, sei es die klassische 5:1 oder die ganz enge Beschattung mittels einer 5:0+1. Gemeinhin bekannt als Manndeckung – obwohl es in diesem Fall freilich um Frauen geht.

„Wir sind auf alles vorbereitet. Meistens spielt Leverkusen die 6:0 – und das richtig gut im Verbund mit Torhüterin Katja Kramarczyk“, weiß der TuS-Trainer. Ihm schwebt vor, nicht zu oft in 6:6-Situationen zu geraten, das Spiel mittels Gegenstößen schnell zu machen. „Viel laufen und einfache Tore machen“, verrät René Hamann-Boeriths das schlüssige Konzept für den Sonntag. Das hat im übrigen schon in der Vorrunde beim 28:21-Sieg recht gut geklappt – zumindest in der zweiten Hälfte.

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP