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Nach der internationalen Pause ist Erstligist TuS Metzingen am Sonntag (16 Uhr) beim TSV Bayer 04 Leverkusen gefordert.

Vergangenes Wochenende hatte TuS-Trainer André Fuhr frei. Es gab einfach nichts mehr zu tun bei den TusSies. „Meine Trainingsgruppe ist auf zwei zusammengeschmolzen“, verkündete er am vergangenen Freitag. Deshalb bekamen Katharina Beddies und Madita Kohorst Hausaufgaben – die sie sicherlich gewissenhaft erledigt haben. Und der Coach fuhr in die Heimat. Seit Mittwochabend hat er seine Mädels nun wieder um sich, die gesund und munter von ihren internationalen Einsätzen zurückgekehrt sind, dort auch durchaus zu glänzen wussten. So gab es von den zuständigen Nationaltrainern Bestnoten für Monika Kobylinska (Polen) und Patricia Kovacs (Österreich). Sogar die verletzte  Tamara Haggerty wurde kurzfristig zum holländischen Team beordert. Gespielt hat sie nicht, das kann die Kreisläuferin nun aber wieder am Sonntag.

Sorgenkind „Isa“

Sorgenkind vor dem Auftritt in Leverkusen ist noch Torhüterin Isabell Roch. Wegen einer muskulären Geschichte an der Hüfte musste sie den Lehrgang mit dem deutschen Team absagen, Mittwoch meldete sie sich dann wieder im Training. „Das hat gut funktioniert“, verriet Fuhr, ein kleineres Fragezeichen ist aber durchaus noch zu setzen.

In Leverkusen wartet auf die TusSies das erste der beiden anspruchsvollen Auswärtsspiele, die man in Serie auf dem Stundenplan stehen hat. Rein vom Tabellenbild ist die TuS (3. Platz, 30:6 Punkte) gegen Bayer Leverkusen (5., 21:15) als Favorit einzustufen. Sieht André Fuhr auch so, um sofort mahnend den Zeigefinger zu heben. „Das ist sehr tückisch. Leverkusen ist durch die Schwankungen, die den bisherigen Saisonverlauf kennzeichnen, immer gefährlich. Trotzdem wollen wir die Punkte, müssen uns in der Abwehr gegenüber den Spielen in Halle-Neustadt und zu Hause gegen Göppingen aber steigern, kosequenter und konzenzrierter agieren“, sagt Fuhr.

Zurück zu Leverkusens Schwankungen. Da gab es die sensationell anmutende 25:32-Heimniederlage gegen das Schlusslicht Halle, das im übrigen auch dafür verantwortlich zeichnet, dass Bayer  Leverkusen den Sprung ins Final Four nicht geschafft hat. Blendend lief es dann für das Team von Trainer  Robert Nijdam beim 27:19-Auswärtssieg in Göppingen. In Oldenburg schob man einen 27:24-Erfolg nach. Läuft also wieder.

Starke Schwestern

André Fuhr warnt sein Team vor Zivile Jurgutyte, die sämtliche Spielhandlungen einleitet. Elaine Rode bekommt derzeit auf Rechtsaußen mehr Einsatzzeiten als Nationalspielerin Amelie Berger. Ihre Schwester Jennifer verfügt auf der Halbposition über ein großes Wurfrepertoire. „Leverkusen spielt einen schnellen Ball, es könnte also ein sehr temporeiches Spiel werden“, blickt André Fuhr voraus und wird seine Mannschaft sicher auch an das Hinspiel erinnern, bei dem es trotz des klaren 30:23-Sieges etliche Probleme zu lösen galt.

Der Weg stimmt

Acht Spiele stehen noch aus in der Bundesliga, von einem Endspurt zu sprechen wäre deshalb verfrüht. Eine Zwischenbilanz muss aber drin sein. „Wir haben bisher sechs Minuspunkte kassiert und liegen acht Punkte vor Rang vier. Selbst ich als Pessimist gehe davon aus, dass wir Platz drei halten können“, sagt der TuS-Trainer. Fuhr weiter: „Die Mannschaft macht einen stabilen Eindruck, hat nach der Schlappe gegen Bietigheim gut reagiert, sich nicht hängen lassen und viel investiert in den vergangenen Wochen.“ Die Investitionen haben sich in Form von 8:0 Punkten bezahlt gemacht. Leverkusen wird schwierig, ist aber nicht aussichtslos. Den Nationalspielerinnen wurden zwei freie Tage gewährt, jetzt sind sie wieder eifrig bei der Trainingssache und bereit für weitere, große Taten.

 

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP