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Trotz Siebenmeterschwäche nicht gewackelt

 

Frauenhandball Die Metzinger TusSies gewinnen beim Buxtehuder SV im Bundesliga-Spitzenspiel mit 25:22. Leun lobt Kreisläuferin Behnke und bezeichnet sie als Weltklassespielerin. Nach der Pause keine Führung mehr für anfangs schwungvollen BSV. Von Alexander Mareis

Anlaufschwierigkeiten ja, gefährdeter Sieg nein: Die TuS Metzingen hat am späten Samstagnachmittag zwei verdiente Punkte gegen den Buxtehuder SV im Duell Tabellenvierter gegen -dritter eingefahren und dem souveränen Heimsieg gegen die Leun-Truppe einen etwas knapperen Auswärtserfolg folgen lassen.

Es war längst nicht alles Gold, was glänzte, aber insgesamt konnte Trainer Andre Fuhr mit dem Gebotenen durchaus zufrieden sein, zumal man es schließlich auch nicht mit Laufkundschaft zu tun hatte.
Überhaupt nicht gepasst hat im Schatten der Metropolregion Hamburg die Siebenmeterausbeute bei den Gästen:  Zehn Mal entschieden die Schiedsrichter Fabian und Christian vom Dorff vor 1245 Zuschauern in der Halle SZ Nord auf Strafwurf für Metzingen, fünf Mal versemmelten die Ermstälerinnen die Gelegenheit zum Torerfolg, wofür vier verschiedene Schützinnen verantwortlich zeichneten.

„Eine 50-Prozent-Quote bei Siebenmetern ist eindeutig zu wenig“, klagte TuS-Trainer Andre Fuhr, der außerdem kritisierte, dass seine Pink-Ladies nicht optimal ins Tempospiel der ersten und zweiten Welle kamen und „im Positionsangriff zu statisch agiert“ haben.

„Nach der 18:33-Hinspielniederlage gegen uns war der BSV sehr motiviert und von Trainer Dirk Leun bestens auf uns vorbereitet worden, weil Buxtehude natürlich etwas gutzumachen hatte. Immerhin gelang es meiner Mannschaft, durch Einzelleistungen und über den Kreis immer wieder zum Torerfolg zu kommen“, meinte Fuhr.

Auch mit seiner Hintermannschaft durfte der Gästecoach zufrieden sein, 23 Gegentore stellen dieser ein solides Zeugnis aus.

Der Auftakt indes verlief holprig: Die insgesamt acht Mal erfolgreiche Jessica Oldenburg, hinterher auch zur Spielerin des Tages gekürt und mit einem Geschenkkorb bedacht, hatte schon nach gut elf Minuten drei Mal eingenetzt, ihr Team führte dabei mit 5:2, nachdem es auch schon mit 4:1 (10. Minute) vorne gelegen hatte.

Gäste machen ernst

Den Drei-Tore-Vorsprung durften die Gastgeberinnen bis zur 15. Minute (7:4) behalten, dann machten die TusSies ernst. Ein 6:2-Zwischenspurt der Fuhr-Truppe hatte die erste Metzinger Führung beim 10:9 durch Monika Kobylinska (27.) zur Folge und ab diesem Zeitpunkt war es den Norddeutschen nicht mehr vergönnt, einen Vorsprung zu genießen. Zur Pause stand ein 10:12 auf der Anzeigetafel.

Nach dem Seitenwechsel zog die TuS auf drei Tore davon (10:13 durch Kobylinskas Siebenmeter), mussten die Hausherrinnen in der Folgezeit aber immer dicht herankommen lassen und konnte sich nicht entscheidend absetzen. So war es nicht verwunderlich, dass über die Zwischenstände (12:13, 13:15, 14:16 und 16:18 – mit jeweils ständigen BSV-Verkürzungen auf ein Tor) in der 44. Minute durch Lisa Priors Strafwurf der 18:18-Ausgleich fiel.

Gleich danach setzte es eine Zeitstrafe gegen BSV-Routinierin Friederike Gubernatis und ehe Julia Behnke (48.) das 18:19 gelang, hatten Kobylinska und Shenia Minevskaja jeweils einen Siebenmeter in den Sand gesetzt.

Dies rächte sich allerdings nicht. Die TuS zog wieder auf drei Tore davon (18:21, 50. Minute) und ließ sich nicht mehr beirren.  Trotz Zeitstrafen auf beiden Seiten, Auszeiten und beiderseitiger verworfener Siebenmeter bauten die Gäste ihren Vorsprung aus und durften sich beim 20:25 (58.) durch die starke Julia Behnke schon ihrer zwei Punkte sicher sein. Die kleine Ergebniskosmetik in den beiden Schlussminuten zum 22:25-Endstand störte bei den Pink-Ladies niemanden mehr wirklich.

„Das Spiel stand in der zweiten Halbzeit nicht wirklich auf der Kippe“, sagte Andre Fuhr und musste nicht ernsthaft um den Sieg zittern.

„Wir waren hin und wieder zu ideenlos und träge. Letztlich hätten wir uns auch nicht beschweren können, wenn es knapper ausgegangen wäre“, schob er nach.

BSV-Trainer Dirk Leun war trotz der Niederlage keineswegs zerknirscht: „25 Gegentore gegen die angriffsstärkste Mannschaft der Liga sind in Ordnung. Der Knackpunkt war unser eigenes Angriffsspiel. Meine Mannschaft hat aber insgesamt meinen Plan gut umgesetzt. Ich habe meinen jungen Spielerinnen ausreichend Einsatzzeit gewährt und bin nicht von ihnen enttäuscht worden. Dass man die individuelle Klasse der TuS Metzingen nicht immer unterbinden kann, war klar.  Julia Behnke beispielsweise ist für mich eine der besten Kreisläuferinnen der Welt. Wir wollen aus den restlichen beiden Saisonspielen noch vier Punkte holen. Diese Saison war für uns keine leichte, aber mit dem vierten Platz können wir zufrieden sein.“

Buxtehuder SV: Peveling, Rühter – Luschnat, Fischer (2), Düvel, Haurum (1), Dölle, Gubernatis, Schirmer (2), Oldenburg (8), Lott (4), Kaiser (3), P. Prior, L. Prior (2/2).
TuS Metzingen: Kohorst, Roch – Zapf (4/1), Kobylinska (9/4), Kovacs (4), Welser, Minevskaja (2), Niederwieser, Harsfalvi (1), Vollebregt, Haggerty (1), Behnke (4), Korsos.
Siebenmeter: 3/2 (L.. Prior 3/2) – 10/5 (Zapf 2/1, Kobylinska 5/4, Kovacs 1/0, Minevskaja 2/0).
Zeitstrafen: Gubernatis (2) – Minevskaja.
Schiedsrichter: Fabian vom Dorff/Christian vom Dorff (beide Kaarst).
Zuschauer: 1245.