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Wichtiger Auswärtssieg im Ruhrgebiet

Frauenhandball Erstligist TuS Metzingen setzt sich am Samstag in Dortmund verdient mit 28:27 (14:11) durch, hätte das Ergebnis aber klarer gestalten müssen.

Frauenhandball mit Vollgas. Der ist angesagt, wenn die TuS Metzingen am Start ist. So am vergangenen Mittwoch bei der 25:29-Derbyniederlage gegen Bietigheim, und so am Samstag in Dortmund. „Eines ist klar. Hier in Dortmund werden nicht viele Mannschaften gewinnen“, sagte André Fuhr, Trainer der TuS Metzingen. So gesehen hätte er eigentlich zufrieden sein können mit dem 28:27-Sieg. War er aber nicht, und konnte es durchaus belegen: „Wir hätten viel früher den Deckel drauf machen können, einfach konsequenter zu Ende spielen müssen.“

TusSies sind schnell weg

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die TusSies haben in Dortmund über weite Strecken sehr gut gespielt. Nur, und da muss man dem Trainer Recht geben, wird das durch das Endergebnis nur unzureichend dokumentiert.  Nach zehn Minuten waren sie bereits mit 4:1 enteilt. Monika Kobylinska und Marija Obradovic hatten aus dem pinken Rückraum erste Duftmarken gesetzt, verteidigt wurde mit hoher Intensität. Sehr gut in Schuss war Julia Harsfalvi, die in der 16. Minute per rotzfrechem Heber von Außen auf 5:9 gestellt hatte. Danach wollte man zu schnell zu viel, da ließ sich die Borussia nicht zwei Mal bitten. Svenja Huber traf per Siebenmeter zum 8:9 (20.).  Bis zum Halbzeitpfiff wurde das wieder einigermaßen repariert. „Wir hätten schon zur Pause höher führen müssen.“ André Fuhr war mit dem 14:11 also nicht ganz einverstanden.

Schwankend sei man in der Leistung gewesen, so der TuS-Coach. Genau so ging es nach dem Seitenwechsel weiter. Die TusSies waren in der Abwehr weiter schwer auf Zack, das Umschaltspiel funktionierte einwandfrei – nur klemmte der Rückwärtsgang ein bisschen. „Da haben wir wohl die Tore ein bisschen zu lang gefeiert“, so Fuhr. Zu feiern gab es da einiges. Schöne Treffer waren dabei, da schoss sich Marija Obradovic in den Vordergrund, die auch jenseits der Neun-Meter-Marke ihre Fackeln losschickte. Es schwankte aber weiterhin, das TuS-Spiel.

Schwankend unterwegs

Eine 16:12-Führung war binnen fünf Minuten fast aufgebraucht, ehe es wieder zügig voran ging. Nach Julia Behnkes 23:18 (46.) war man geneigt, sich gemütlich zurückzulehnen, weil zudem Jesse van de Polder einen Siebenmeter von Alina Grijseels unschädlich gemacht hatte, auch Isabell Roch viel zu fassen bekam. Bei Deleila Amegas Hüftwurf zum 25:20 (49.) waren sogar die Dortmunder Fernsehkommentatoren aus dem Häuschen. Julia Harsfalvi, beste Torschützin in pink, stellte auf 28:23. Es waren noch fünf Minuten zu spielen – in denen die TuS nicht mehr traf. „Da müssen die Leistungsträgerinnen Verantwortung übernehmen“, sagte André Fuhr. Taten sie ja, nur scheiterten Monika Kobylinska und Marija Obradovic an Clara Woltering. Sie war angeschlagen, kam erst in den letzten Minuten, griff da im BVB-Tor aber beherzt zu. Zudem hatte die 5:1-Deckung die TusSies leicht verwirrt, die einen hochverdienten 28:27-Sieg trotzdem über die Zeit brachten. Es hätte aber gerne mehr als das eine Tor Differenz sein dürfen.

Die Spielerinnen sahen es wie folgt. Julia Harsfalvi: „Als wir eine schlechte Phase hatten, konnte Dortmund näher kommen, aber wir hatten immer eine Antwort. Natürlich gab es ein paar Fehler, aber ich denke, dass wir sehr gut verteidigt haben. Gut, dass wir die zwei Punkte holen konnten und die Spielerinnen mit einem guten Gefühl zu den Nationalmannschaften gehen.“

Julia Behnke: „Wir haben eigentlich das Spiel über 60 Minuten dominiert, haben uns immer wieder absetzen können, dann hat aber die letzte Konsequenz gefehlt und wir haben den Gegner immer wieder zurück ins Spiel kommen lassen.“

So spielten Sie:
BvB Dortmund vs. TUSSIES Metzingen: 27:28

BVB Dortmund: Duijndam, Woltering, Ten Holte, Grisjseels (3), Weisheitel (19; Müller C. (2), Einarsdottir (5), Stockschläger, va Krej (6), Huber (5/5), Mack, Fujita (2), Wulf, Bleckmann (2), Vaszari (1)
TuS Metzingen: Harsfalvi (7), Obradovic (6), Kobylinska (5), Amega (3), Behnke (3), Minevskaja (2), Zapf (2/2), Weigel, Roch, van de Polder, Beddies, Haggerty, Vollebregt
7-Meter: 5/6 (Grisjseels scheitert an v.d. Polier) – 2/2
Zeitstrafen: Einarsdottir (2x), Weisheitel,  Müller C. Vaszari – Obradovic (2x), Behnke, Zapf, Kobylinska, Minevskaja, Amega
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies
Zuschauer: 450

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP