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Furioser pinker Derby-Auftritt unter dem Hohenstaufen

Erstligist TuS Metzingen hat am Mittwochabend Frisch Auf Göppingen mit 31:21 (16:9) geschlagen, setzt sich im oberen Tabellensegment fest.

Das ließ sich sehr gut an, was die TuS Metzingen in Göppingen auf den Hallenboden zauberte. Kaum Zeit war, um sich auf die 3:2:1-Abwehr der Gastgeberinnen einzustellen, hatte sich TuS-Coach André Fuhr beklagt. Keine Ahnung, was er in der einen Einheit gemacht hat, aber er hat alles richtig gemacht. Nicht nur der Trainer freilich. Seine Mädels spielten genau so, wie man es gegen eine offensive Deckung machen muss. Da wurde gekreuzt, freigeblockt, Räume öffneten sich, und die wurden mit Leben, sprich Toren, gefüllt.
Frisch Auf war die erste Führung vergönnt, ehe sich Metzingen beim 1:3 erstmals vom Acker gemacht hatte. Es sollte noch viel schlimmer kommen für die Göppingerinnen. Die TuS führte mit 8:2 (12.), der Treffer kam von Marija Obradovic, die dann auch noch FA-Goalgetterin Michaela Hrbkova unbeabsichtigt am Auge traf. Erst kurz zuvor war sie aufs Feld gekommen, weil ihr eine Wadenverletzung nach wie vor zu schaffen macht.

Am Spielverlauf änderte sich dahingehend etwas, dass die Mädels vom Hohenstaufen tapfer blieben, beim 7:11 (22.) durch Annika Blanke wieder Hoffnung schöpfen konnten, zwei Guberinic-Siebenmeter führten zum 9:13 (26.). Obradovic sowie Marlene Zapf doppelt stellten den 9:16-Halbzeitstand her, der uneinholbar schien, weil auch die TuS-Abwehr sehr viel richtig machte. Keine Spur von Müdigkeit nach dem Russland-Ausflug im Europapokal.

Auch die zweiten 30 Minuten gaben keinen Grund zur Klage  – also kaum. Vielleicht zu Beginn, als Göppingen für Obradovic eine ganz enge Beschattung angeordnet hatte und das ganze grün-weiße Abwehrsystem noch mehr im Flucht-Modus agierte. Da ging schon der eine oder andere Ball verloren. Das hat, wie könnte es auch anders sein, Trainer André Fuhr danach etwas angeprangert. Ana Petrinja ließ sich das 13:18 (40.) gutschreiben,  Iris Guberinic erzielte eines ihrer acht Tore beim 15:21 (44.).
Was dann aber die TusSies bis zum 18:30 (57.) veranstalteten, war gewaltig. Mittlerweile drehte Kelly Vollebregt mächtig am Gas, traf in rascher Folge, Delaila Amega war gar nicht zu fassen. Überhaupt spielten die TusSies richtig gut, hatten sich den 31:21-Auswärtssieg redlich verdient. Man sollte dabei nicht vergessen, dass beide Teams mit der gleichen Ausgangslage, 6:2 Punkten, ins Derby-Rennen gegangen waren.

Stimmen zum Spiel

André Fuhr: „Wir haben in der Abwehr konzentriert begonnen und auch nach vorne waren wir sehr kontrolliert. Zwischen der 30. und 40. Minute haben wir dafür zu viel liegen lassen und unser zweiter Anzug sitzt noch nicht richtig. Ein Lob an Kelly Vollebregt, die nach ihrer Einwechslung so gespielt hat, wie ich es mir vorstelle.“

Kelly Vollebregt: „Wir haben von Anfang an Tempo gemacht. Leider hatten wir wieder eine Phase mit zu vielen leichten Fehlern. Trotzdem konnten wir die Göppingerinnen immer auf Abstand halten und sind am Ende über unser Tempospiel verdient zum Sieg gekommen.“
Delaila Amega: „Es war wichtig, dass wir nach der anstrengenden Russlandreise und den wenigen Trainingseinheiten in Göppingen gewonnen haben. Wir haben stets das Tempo hochgehalten.“

Ferenc Rott: „Wir haben eine sehr konzentrierte Leistung gezeigt. Die Abwehr ist gut gestanden, mit einer starken Torhüterin dahinter. Mit zehn Toren in Göppingen zu gewinnen, ist mehr als gut.“

Frisch Auf Göppingen gegen TuS Metzingen 21:31

Frisch Auf Göppingen: Zec, Lengyel – Brugger (1), Blanke (4/1), Schindler (3), Kinlend (2), Hrbkova, Guberinic (8/2), Adamkova, Krhlikar (1), Bergschneider, Petrinja (2)
TuS Metzingen: van de Polder, Roch – Zapf (6/2), Amega (4), Kobylinska (2), Kovacs (1), Minevskaja (2/1), Harsfalvi (3), Weigel, Vollebregt (4), Obradovic (5), Haggerty, Beddies, Behnke (4)
Siebenmeter: 4/3 (Blanke scheitert) – 4/3 (Zapf scheitert)
Zeitstrafen: Brugger, Schindler (2), Guberinic, Adamkova – Kobylinska, Obradovic, Haggerty
Schiedsrichter: Maike Merz, Tanja Schilha
Zuschauer: 1176

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP