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Die pinke Tormaschine läuft

In der zweiten Runde des EHF-Cups hat die TuS Metzingen das erste Spiel gegen HZRK Grude (Bosnien und Herzegowina) mit 43:24 gewonnen.
Ganz leicht ist man schon zusammengezuckt. Da tobten lange vor dem Spiel pinke Mädels durch die Halle – und es waren keine TusSies. Grudes Bekleidung ähnelte jener der Metzingerinnen doch sehr. Was dann aber gar nichts ausmachte, weil im Europapokal üblicherweise die himmelblauen Jerseys übergestreift werden.

Gegenstöße prasseln
Sofort nach Anpfiff gab es sowieso kein Vertun mehr. Die TuS war der Favorit und gewillt, diese Rolle dementsprechend zu interpretieren. Es war eine sehr einseitige Angelegenheit. Der HZRK Grude hatte nicht die Spur einer Chance, war in allen Belangen überfordert. Die Mädels aus Bosnien und Herzegowina machten viele Fehler und die TusSies aus so gut wie jedem ein Tor. Abwechselnd vergnügten sich die Fuhr-Schützlinge bei Gegenstößen, unterhielten das Publikum prächtig. Das dankte es mit Applaus, ging aber erst in der 24. Minute richtig ab, als Kelly Vollebregt nach langer Verletzungspause wieder erstmals aufs Feld kam. Zur Halbzeit war selbstverständlich schon alles klar. Die TuS führte mit 24:10, hatte gegen Ende Grude ein paar leichte Tore gegönnt. Fünf Treffer wurden Marlene Zapf gutgeschrieben, mit Dreierpacks folgten Delaila Amega und Monika Kobylinska. Über 9:1 (10.) und 20:5 (22.) traf man sich nach 30 Minuten beim 24:10.

„Wir haben 20 Minuten lang sehr gut gespielt, danach dem Gegner ein bisschen angepasst und viele Fehler gemacht“, monierte TuS-Geschäftsführer Ferenc Rott nach dem Abpfiff. Ungeheuerliches tat sich zum Beispiel kurz nach dem Wechsel. Grude verkürzte per Dreierpack von 11:25 auf 14:25. Das war sicher Gegenstand der Nachbesprechung.

Trainer André Fuhr hat aber sicher auch Sachen gesehen, die ihm gefallen haben. Zum Beispiel Torhüterin Jesse van de Polder, die nach ihrer Einwechslung kurz vor der Pause einiges schnappen konnte. Der Hammer für die junge Niederländerin. Eigentlich sollte sie überwiegend für die zweite Mannschaft halten, jetzt durfte sie im EHF-Cup ran. Das Umschaltspiel der TuS hat zudem ganz gut funktioniert, wenn auch nicht alles verwertet wurde.

Nach 47 Minuten führte Metzingen nach einem Treffer von Spielführerin Julia Behnke mit 33:18, gegen Ende lief es für Marlene Zapf richtig gut. Sie traf ab dem 37:22 drei Mal in Serie (40:22, 56.). Damit war die magische Marke geknackt, die TusSies ließen sich nach dem 43:24-Sieg feiern – im Wissen, dass dies wettbewerbsübergreifend eine der leichtesten Aufgaben der gesamten Saison war. Richtig gut bei der jungen Gruder Mannschaft war Nikolina Cutura. Elf Tore wurden für sie notiert.

Und heute Abend (20 Uhr) sieht man sich schon wieder, wenn das Rückspiel auf dem EHF-Programm steht. Das ist dann im übrigen ein „echtes“ Heimspiel. Der Einfachheit halber ist auch die Statistik vom Freitag auf ein solches ausgerichtet – weil es schwer vermittelbar gewesen wäre, dass die TusSies im eigenen Wohnzimmer zu Gast waren. „Das Spiel heute dient vor allem der Vorbereitung auf kommende Aufgaben, zum Beispiel der Partie am Mittwoch gegen Bietigheim“, hat Ferenc Rott erklärt. Sein einziger Wunsch: Keine seiner Spielerinnen soll sich verletzen.

TuS Metzingen gegen HZRK Grude 43:24

TuS Metzingen: van de Polder, Roch – Zapf (11/3), Amega (4), Kobylinska (4), Kovacs (2), Welser (1/1), Minevskaja (1), Weigel (3/1), Vollebregt (2), Obradovic (4), Haggerty (2), Beddies (3), Behnke (6)
HZRK Grude: Vuklis, Petrovic, Brnada. – Maric (1/1), Cutura (11), Soldo, Nikic, Andrea Boras, Milos, Mikulic (1), Kasumacic (4), Denic (6), Azinovic (1), Andjela. Boras, Pelivan
Siebenmeter: 6/5 (Minevskaja vergibt) – 1/1
Zeitstrafen: Minevskaja – Cutura, Mikulic (2), Kasumacic (3 = Rot 49.)
Schiedsrichter: Sherif Xhema, Besfort Jahja (Kosovo)
Zuschauer: 600

Wolfgang Seiz
Sportredakteur der SWP