Select Page

Nach der Pleite in Leverkusen ist Europa ganz weit weg

Geht man davon aus, dass Platz vier für den Einzug in den EHF-Cup reicht, dann liegt die TuS Metzingen mit einem, beziehungsweise zwei Punkten Abstand noch gut im Rennen. Betrachtet man den aktuellen Trend, ist Europa ganz weit weg. Freilich bekommt auch der Pokalsieger einen Startplatz auf europäischer Ebene. Auch diese Option erscheint eher unwahrscheinlich. Die TuS Metzingen ist gestern in Leverkusen bei einem direkten Konkurrenten vieles schuldig geblieben und musste folgerichtig ohne Zählbares die Heimreise antreten. Die 24:26-Niederlage tat richtig weh.

Man weiß nicht so recht, wo man anfangen soll beim Aufzählen der Gründe für die Auswärtsniederlage. Die nackten Fakten sagen, dass der Gastgeber zwei Tore mehr erzielt hat als die TusSies – und das ging so in Ordnung.

Leverkusen spielte beileibe nicht fehlerfrei, die TuS auch nicht. So gingen bereits in den ersten 30 Minuten die technischen Fehler samt Fehlwürfen in den zweistelligen Bereich. Leverkusens Torhüterin Katja Kramarczyk trug sicherlich auch ihren Teil zum 11:10-Pausenstand bei – aber in durchaus erträglichem Maße.

Ergebnistechnisch brachte der erste Abschnitt keine großen Aufreger, sieht man einmal davon ab, dass die TuS Metzingen nach einer 6:5-Führung aus der zwölften Minute, die zu Beginn sehr energische Marija Obradovic hatte getroffen, plötzlich mit 6:8 im Rückstand lag (16.). Leverkusen verbuchte Erfolge über Außen und per Durchbrüchen, in denen die TuS-Abwehr alles andere als ein Bollwerk war. Ansonsten konnte sich die Abwehrleistung sehen lassen.

Kurze Aufholjagd
Daran änderte sich nach Wiederanpfiff nichts. Leverkusen verteidigte aufopferungsvoll, der Kreis war dicht, durchaus gab es aber Möglichkeiten für die TusSies. Nach 39 Minuten stand es 17:13 und die Gäste hatten aus aussichtsreichen Positionen schon drei weitere Fahrkarten gelocht. Kapitale Abspielfehler taten ihr übriges, dass Bayer nach einem Seidel-Siebenmeter in der 43. Minute mit 20:15 in Front lag. Kurz später scheiterte sie mit einem weiteren Strafwurf an Jasmina Jankovic. Die TuS kam durch Amega, Weigel und Zapf auf 20:18 (48.) heran, Maren Weigel hatte zudem mit einem Pfostentreffer Pech.

Sollte doch noch etwas gehen? Die Frage beantworteten die Damen Berndt, Jurgutyte und Karolius mit einem klaren Nein. Es stand 23:18 (51.) – und damit war der Fall besprochen. Zwei Zapf-Treffer in Folge änderten nichts daran, Weigel machte bei offener Deckung aus dem 22:26 per Doppelpack noch das 24:26. Mehr war nicht drin. Die TusSies sollten sich schleunigst auf ihr wahres Leistungsvermögen besinnen – dann kann bis zum Saisonende noch einiges repariert werden.

Nichts mehr hergeben
„Wir dürfen jetzt keine Punkte mehr hergeben“, sagte Trainer René Hamann-Boeriths auf der Heimfahrt. Das Spiel analyiserte er wie folgt: „Abwehrmäßig war es nicht schlecht, aber es fehlten die einfachen Tore aus dem Gegenstoß. Vorne waren wir nicht gut genug. Wenn man so viele Fehlwürfe hat, wird es schwierig zu gewinnen.“

SO SPIELTEN SIE:
TSV Bayer 04 Leverkusen gegen TuS Metzingen 26:24

Bayer Leverkusen: Zec, Kramarczyk, Fehr – Jurgutyte (5), Seidel (3/1), Braun, Mietzner, Zschocke (2), Potocki (5/2), Bruggeman, Karolius (3), Berndt (2), Jochin, Berger (6), Rode
TuS Metzingen: Jankovic, Roch – Zapf (9/4), Amega (2), Welser, Minevskaja (3/2), Karlsson (1), Ingenpaß, Großmann, Weigel (3), Obradovic (5), Beddies (1), Behnke
Siebenmeter: 5/3 (Potocki und Seidel scheitern) – 7/6 (Minevskaja scheitert)
Zeitstrafen: Jurgutyte – Obradovic
Schiedsrichter: Peter Behrens, Marc Fasthoff
Zuschauer: 680

Wolfgang Seitz
Redakteur der SWP