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Das Final Four strahlt wieder pink

Im Viertelfinale des DHB-Pokals setzt sich die TuS Metzingen bei der Neckarsulmer Sportunion mit 25:19 (13:12) durch, kann mit dem Erreichen des Final4 das erste Saisonziel abhaken.

Das erste Saisonziel ist erreicht. Die TuS Metzingen ist am 25./26. Mai beim Pokal-Final-Four in Stuttgart am Start. Mit dem 25:19-Sieg bei der Neckarsulmer Sportunion wurde das Ticket für die Porsche-Arena gelöst. Zum dritten Mal in Folge sind die TusSies nun dabei. Eine feine Leistung – was man vom Spiel im Unterland nicht wirklich behaupten kann.
Abschnitt Nummer eins gehört zu denen, die man sich nicht unbedingt einrahmen muss. Die TuS Metzingen brachte es fertig, das Verhältnis Tore-Fehlwürfe fast ausgeglichen zu gestalten. Zwölf Tore erzielt, elf nicht. Es war zeitweise zum verrückt werden. Die TuS tat sich von Beginn an schwer, lag nach sechs Minuten aber immerhin mit 5:3 in Front. Es folgte eine Phase, in der gar nichts mehr ging. In Serie wurden Chancen vergeben, Shenia Minevskaja setzte ihren ersten Siebenmeter an die Latte. Und so überraschte es nicht, dass die Gastgeberinnen nach zwölf Minuten das 6:5 verbuchen durften, getroffen hatte die umtriebige Irene Espinola Perez. Wobei man nicht verschweigen sollte, dass bei der Sportunion auch nicht alles nach Plan lief. Deshalb nahm die TuS zumindest ein 13:12 in die Kabine mit. Shenia Minevskaja hatte am Siebenmeterstrich Sicherheit gefunden und Monika Kobylinska konnte sich immer wieder aus dem Rückraum bemerkbar machen.
In einigen Phasen war den TusSies anzumerken, dass die Strapazen doch enorm waren. Sonntagabend hat man noch in Schweden gespielt, erst am frühem Dienstagmorgen war man wieder in Deutschland. Das entschuldigt vielleicht die eine oder andere Unkonzentriertheit. Das Fehlen von Delaila Amega (Fingerbruch) musste man zudem verkraften, die Wechselmöglichkeiten waren dadurch eingeschränkt – trotzdem hätte man sich eine klarere Spielgestaltung gewünscht.

Re-Start passt

Gut los ging es nach dem Seitenwechsel. Monika Kobylinska traf doppelt, die TuS kam ein bisschen weg. Nachdem Patricia Kovacs für das 14:18 (41.) gesorgt hatte, wähnte man sich auf der sicheren Seite, eine Minute später war Neckarsulm auf 16:18 dran – um dann zehn Minuten gar nicht mehr zu treffen. Ein Verdienst der TuS-Abwehr, die im 5:1-Verbund einiges durchkreuzen konnte. Der Gastgeber verwarf aber auch eine ganze Menge, die TuS machte da munter mit, konnte aber immerhin auf 16:22 stellen (52.). Die Linkshänderinnen hatten zugeschlagen: Monika Kobylinska (2), Marlene Zapf und Maren Weigel. Die Liste jener, die in dieser Phase nicht trafen, wäre ähnlich lang. Aber egal. Man muss in einem Pokal-Viertelfinale keinen Schönheitspreis gewinnen. Das Torverhältnis zählt nicht – nur das Weiterkommen. Die Pink Ladies bejubelten den 25:19-Sieg trotzdem. Das ist auch nach eher durchwachsenen Spielen durchaus erlaubt.

Stimmen zum Spiel

André Fuhr (Trainer TuS Metzingen): „In der Halbzeit wurden deutliche Worte gesprochen, so deutliche wie noch nie. Und prompt wurde es besser. Da war ich mit dem Engagement zufrieden, die Abwehr arbeitete besser. Isa im Tor auch. Im ersten Abschnitt konnte ich wechseln wie ich wollte, es hat keinen Impuls gebracht. Am Ende haben wir es sicher und seriös zu Ende gespielt.“ Gelobt hat er Tamara Haggerty und Dorina Korsos für aufopferungsvollen Kampf um jeden Ball. Maren Weigel spielte nach nur einem Training auf der Mitte und setzte wichtige Akzente.
Patricia Kovacs: „Ich bin sehr glücklich über den Einzug ins Final Four – es war ein eindeutiges Ziel von uns. Diesmal haben wir das Spiel über unseren Kampfgeist gewonnen.  Zudem haben wir für unsere viele verletzten Spielerinnen gekämpft, die im Mai uns dann im Final Four wieder unterstützen werden“.
Info Im zweiten Viertelfinale setzte sich gestern Abend die SG BBM Bietigheim gegen den Buxtehuder SV mit 24:22 durch. Das Spiel war so eng, wie es das Ergebnis vermuten lässt.

Neckarsulmer Sportunion gegen TuS Metzingen 19:25

Neckarsulmer Sportunion: Roth, J. Mann – Kalmbach (1), Wolf (5/1), S. Mann, Pavkovic, Kaufmann (3), Namat, Pavlovic (2), Ineichen, Reimer (5/2), Espinola Perez (2), Stojkovska (1)
TuS Metzingen: Kohorst, Roch – Zapf (3), Kobylinska (9), Kovacs (4), Welser, Minevskaja (4/3), Harsfalvi (1), Weigel (1), Vollebregt, Haggerty, Beddies, Behnke (2), Korsos (1)
Siebenmeter: 4/3 (Reimer scheitert) – 6/3 (Minevskaja (2) und Kobylinska scheitern)
Zeitstrafen: Ineichen, Espinola Perez – Korsos
Schiedsrichter: Michael Kilp, Christoph Maier
Zuschauer: 331

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP