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Die TusSies in Bestform

Mit einem 38:26-Sieg gegen Astrachan erreicht die TuS Metzingen die dritte Runde im EHF-Pokal. 1000 Zuschauer sind begeistert.

Da kann man sich auf einiges gefasst machen. Metzingens Spielmacherin Delaila Amega blickte nach dem fast schon unglaublich anmutenden 38:26-Sieg gegen Astrachan ein bisschen in die Zukunft. „Jetzt wollen wir in die Gruppenphase, wer weiß, was dann noch möglich ist. Wir können noch viele überraschen.“ Die junge Dame hat im Übrigen nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie mit den TusSies etwas gewinnen will. Zunächst einmal jedes Spiel – dann sieht man weiter. Und der Schlüssel zum Erfolg? „Es war eine geile Mannschaftsleistung.“ So sagt man das mit 21 Jahren. Trainer André Fuhr wählte feinere Worte, meinte aber dasselbe: „Es war eine super Performance meiner Mannschaft. Respekt vor dem Team, das am Ende von zwei englischen Wochen noch so Gas gegeben hat. Wir haben den Gegner von der ersten Minute an dominiert.“

Klares Statement

So war es. Die TuS gab schon in der ersten Halbzeit ein klares Statement ab. Perfekt eingestellt gingen sie Etappe zwei auf dem Weg in Runde drei des EHF-Cups an. Die Abwehr stand, von den im Hinspiel sehr auffälligen Anna Kochetova und Dariia Samokhina war kaum etwas zu sehen. Isabell Roch schnappte im Tor auch freie Möglichkeiten. Vorne lief es ganz geschmeidig. Delaila Amega, Monika Kobylinska und Marija Obradovic packten im Rückraum die Keulen aus. Marlene Zapf und Julia Behnke zeichneten sich bei Gegenstößen aus.

Marlene Zapf betätigte sich dabei als Serientäterin, machte mit drei Treffern am Stück das 8:4 nach 14 Minuten klar. Astrachan versuchte durchaus, nicht frühzeitig abgehängt zu werden. Die Russinnen kamen über den Kreis oder mit durchdachten Aktionen aus dem Rückraum. Als Ekaterina Zelenkova nach 25 Minuten auf 12:9 gestellt hatte, spürte der Gast noch so etwas ähnliches wie Kontakt zu den TusSies, die, angetrieben von 1000 Zuschauern, binnen weniger Augenblicke durch Harsfalvi, Zapf und Kobylinska einen feinen Dreierpack schnürten, beim 17:11-Halbzeitstand die Gewissheit mit in die Kabine nahmen, dass sie einen ganz exzellenten Tag gezogen hatten.

Das pinke Feuerwerk ging nahtlos weiter. Als Monika Kobylinska nach 41 Minuten zum 25:15 getroffen hatte, war es in der Halle so laut wie selten zuvor. Man hat aber auch die TusSies schon lange nicht mehr in so bestechender Form agieren sehen. Der Rest war Schaulaufen. Nach 60 Minuten Hochgeschwindigkeitshandball stand ein 38:26-Sieg gegen den russischen Vizemeister, der Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen in seinen Reihen hat.

„Von der ersten Sekunde an hat jede Spielerin gezeigt, dass wir unbedingt weiterkommen wollen“, sagte André Fuhr, der aus dem Kollektiv keine Spielerin hervorheben wollte. In der Tat waren sie alle klasse. So sah es auch Spielführerin Julia Behnke. „60 Minuten haben wir konstant gespielt. Über eine stabile Abwehr ging es ab ins Tempospiel.“ Dabei gebe es noch weiter gut zu tun. „Wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen. Keine ruht sich nun aus, jede will noch besser werden“, gibt die Chefin die Richtung vor, die ihre Mannschaft im athletischen Bereich auf einem Level sieht, den man noch nie hatte.

Nächster Gegner egal

Der nächste Gegner im Europapokal ist nicht nur „Jule“ egal – weil sie Samstagabend natürlich auch noch keinen Plan hatte, wer überhaupt in Frage kommt. Die Gruppenphase soll es sein. Davor steht eben noch die eine Hürde, die am Dienstag bei der Auslosung Konturen annimmt.

TuS Metzingen gegen GK Astrachan 38:26

TuS Metzingen: Van de Polder, Roch – Zapf (7/4), Amega (5), Kobylinska (5), Kovacs (2), Minevskaja (2/2), Harsfalvi (2), Weigel (1), Vollebregt (2), Obradovic (2), Haggerty (4), Beddies, Behnke (6)
GK Astrachan: Riabtseva, Trusova – Kochetova (3), Sisenova, Samokhina (6/3), Antonova (4), Shaposhnikova (2), Zelenkova (3), Zaitseva, Malashenko, Shichkina (2), Ignatovich (1), Snopova (1), Kozhokar (4/2)
Siebenmeter: 6/6 – 5/5
Zeitstrafen: Amega, Kovacs, Minevskaja, Haggerty (2), Behnke – Samokhina (2), Snopova
Schiedsrichter: Marija Ilieva, Silvana Karbeska  (Mazedonien)
Zuschauer: 1000

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP