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Europareisen sind gebucht

Die TuS Metzingen gewinnt das Rückspiel in der dritten Runde des EHF-Cups gegen DHK Banik Most (Tschechien) mit 35:24 (15:13).

Es war, so hat es TuS-Trainer André Fuhr nach dem Abpfiff zusammengefasst, in der zweiten Halbzeit „Sommerhandball im November“. Leicht und  locker waren die TusSies unterwegs. Besonders hat den Trainer gefreut, dass sich die Mädels, denen ansonsten nicht so viele Spielanteile vergönnt sind, klasse einbrachten. Zum Beispiel die beiden Niederländerinnen Jesse van de Polder und Kelly Vollebregt. Erstere brachte die Öschhölle mit sagenhaften Paraden zum Überkochen, kaufte den wackeren Tschechinnen zum Beispiel zwei Siebenmeter ab. Kelly Vollebregt war auf der Überholspur unterwegs, durfte acht Treffer in ihrer unnachahmlichen Art bejubeln. „Das war eine sehr ordentliche Leistung. Der Ball lief gut“, sagte André Fuhr und meinte damit die zweite Halbzeit. Mit der ersten konnte er nicht zufrieden sein. Aber wie sagte es Patricia Kovacs: „Man sollte es nicht so negativ sehen.“

Viel geht daneben

Delaila Amega wurde nach ihrem Autounfall geschont. Damit war aber der Auftritt der TusSies in der ersten Halbzeit nicht zu entschuldigen. Richtig schlecht gespielt  haben sie nicht, aber eine miserable Chancenverwertung  an den Tag gelegt. 16 Fehlwürfe wurden notiert, was normal locker für zwei Spiel reicht. Most-Torhüterin Dominika Müllnerova durfte sich über elf Paraden freuen, unter anderem schnappte sie alles, was nach Heber aussah.

Dem 1:3 (4.) folgten beispielsweise drei Fahrkarten, ehe Shenia Minevskaja per Doppelschlag den Spuk beendete. Am Spiel änderte sich wenig. Nicht schlecht, aber ohne jegliche Präzision. Ab dem 12:12 (22.) ging es bei der TuS etwas vorwärts. Jesse van den Polder war für die glücklose Isabell Roch ins Tor gerückt und parierte in einer Fünfer-Serie. Mit dieser Unterstützung durften die TusSies ein 15:13 mit in die Kabine nehmen.

Nach dem Wechsel ging es ganz schnell. Veronika Mikulaskova und Stefanija Mishevska saßen zusammen auf der Strafbank, mussten dort mit ansehen, was passieren kann, wenn eine doppelte Überzahl optimal läuft. Von 18:15 schoss die TuS auf 22:15 (36.) davon. Kelly Vollebregt nahm dem Gegner praktisch beim Anspiel den Ball weg, Shenia Minevskaja traf ins leere Tor, war überhaupt sehr treffsicher und mit viel Übersicht unterwegs

Jesse wird gefeiert

Maren Weigel zeichnete für das 27:17 (44.) verantwortlich, ehe die Öschhalle zu bersten drohte. Jesse van de Polder hielt Siebenmeter von Jana Sustkova und Sara Kovarova überragend, und sie wurde für diese Glanztaten dementsprechend gefeiert – was ihr durchaus gefiel. „Jesse war einfach sensationell. Da habe ich mich sehr gefreut“, lobte Kollegin Kovacs. Überhaupt wussten die TusSies zu gefallen, die sich mit einem 35:24-Sieg verabschiedeten. Final getroffen hatte Miriam Welser per Solo, die ansonsten für die zweite Mannschaft unterwegs ist.

Sie ist ein Beispiel für das, was André Fuhr  danach herausgestellt hat: „Wir haben im ersten Vierteljahr eine sehr gute Entwicklung durchgemacht. Das Tempospiel wollten wir wiederbeleben, Flexibilität ins Spiel bringen. Einiges erkennt man, glaube ich, wieder.“

Tut man. Wobei die EM-Pause zur falschen Zeit kommt. Die TusSies sind prächtig in Schuss, was nicht alleine die elf Siege in Folge unterstreichen. Muss aber sein, weil ja etliche Mädels zu den diversen Nationalteams müssen.

TuS Metzingen gegen DHK Banik Most 35:24

TuS Metzingen: van de Polder, Roch – Zapf (2/1), Kobylinska (3/1), Kovacs (3), Welser (2/1), Minevskaja (7), Harsfalvi, Weigel (3), Vollebregt (8), Haggerty (4), Beddies (1), Behnke (2)
Banik Most: Müllnerova, Novotna – Dvorakova (1), Striskova, Sustkova (5/1), Mikulcik (1), Buchnerova, Mishevska (1), Kovarova (4/2), Tesarova (1), K. Kostelna, Zachova (5/1), Janouskova (6), Mikulaskova
Siebenmeter: 3/3 – 7/4 (Kovarova (2) und Sustkova scheitern)
Zeitstrafen: Vollebregt, Haggerty, Behnke – Mishevska (2), Janouskova, Mikulaskova
Schiedsrichter: Yann Camaux, Julien Mursch (Frankreich)
Zuschauer: 900

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP