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Unterirdische Trefferquote

Frauenhandball TuS Metzingen verliert das Verfolgerduell in der 1. Liga gegen die HSG Blomberg-Lippe nach 15:11-Pausenführung mit 25:27.

Alle hatten am Ende irgendwie Recht. „Die Chancenverwertung war das größte Problem“, sagte TuS-Trainer René Hamann-Boeriths. „Wir haben zu viel verworfen, Bälle einfach weggeschmissen und die Abwehr agierte nicht konstant“, analysierte seine Torhüterin Isabell Roch. Kreisläuferin Julia Behnke wurde ähnlich konkret. „Jeder hat für sich gespielt. Das war zu kopflos. Dann haben wir zu viele einfache Durchbrüche kassiert.“ An dieser Stelle soll auch der gegnerische Trainer, André Fuhr, zu Wort kommen: „Metzingen hat es sich in der zweiten Halbzeit vielleicht zu leicht vorgestellt. Wir geben aber nie auf.“ So kommt also eine 25:27-Niederlage in der ausverkauften Öschhalle gegen die HSG Blomberg-Lippe zustande, die nunmehr bei 20:2-Punkten in Serie angekommen ist. Von anderen Serien soll im weiteren Verlauf noch die Rede sein.

Stolle verletzt

Halbzeit eins hatte eine ganz besondere Geschichte. Die TuS Metzingen lag nach überfallartigen Toren von Marija Obradovic und Ina Großmann nach einer Minute mit 2:0 in Front. Für die HSG antwortete Laura Rüffieux vom Kreis. In der Folge kamen die beiden Halbrechten mächtig in Schwung: Maren Weigel beim Gastgeber, Alicia Stolle seitens der Gäste. Zunächst führten die TusSies, ehe nach einer Viertelstunde beim Stand von 8:9 Blomberg den Takt angeben wollte. Dagegen konnte sich die TuS wehren. Isabell Roch, die ins Tor gerückt war, parierte auch in Serie, nach vorne ging schon einiges verloren, trotzdem sah es beim 15:11 zur Pause ganz gut aus. Eine Personalie aus der 22. Minute gibt es noch zu vermelden: Blombergs Ausnahmekönnerin Alicia Stolle blieb nach ihrem Treffer zum 12:10 (22.) liegen, hatte sich ohne gegnerische Einwirkung am Fußgelenk verletzt.

„Plötzlich ist sie weg und wir wissen nicht, was dann kommt“, gab René Hamann-Boeriths zu. Es kam zum Beispiel Kathrin Pichlmeier, die es immer wieder schaffte, die Abwehr der TusSies entweder von oben oder per Durchbruch zu narren, Gisa Klaunig bewegte ebenfalls einiges. Und bei der TuS ging gar nichts mehr voran. In Minute 45 wurde ein 16:19 notiert – 1:8 aus Sicht der Pink Ladies. „Damit gewinnst du normalerweise nicht einmal ein Fußballspiel“, so Manager Ferenc Rott. Er sagte es allerdings erst in der 52. Minute, als seine Mannschaft  nach einem Behnke-Doppelpack auf 22:22 gestellt hatte.

Starkes Keeper-Duo

Die Erkenntnis, dass die überragende Melanie Veith im HSG-Tor doch zu überwinden war, hielt aber nicht lange vor. Fuhr wechselte zwischen den Pfosten zurück und Anna Monz sorgte in den letzten Minuten dafür, dass ihre Mannschaft immer in Vorlage blieb. So zum Beispiel nach Maren Weigels 24:25 in der 58. Minute, als sie beide TuS-Außen, Ina Großmann und Marlene Zapf, abkochte. Mit 27:25 ging die Partie an die Serientäterinnen aus Blomberg. 19 Fehlwürfe wurden seitens der TuS notiert, zwölf im zweiten Abschnitt. „Hätten wir nur die Hälfte reingemacht, wären wir als Sieger vom Platz gegangen“, so der enttäuschte TuS-Coach. „Die HSG kommt immer über die geschlossene Mannschaftsleistung. Weil wir das gewusst haben, hätten wir uns anders präsentieren müssen“, fand Julia Behnke noch einmal deutliche Worte.

TuS Metzingen gegen HSG Blomberg-Lippe 25:27

TuS Metzingen: Jankovic, Roch – Zapf, Amega (1), Kobylinska (1), Minevskaja (2/1), Karlsson, Ingenpaß, Großmann (4), Weigel (6), Obradovic (7), Beddies, Behnke (4), Welser
HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith – Schnack, Rüffieux (5), Klaunig (6), Müller (1), van Buren (1), van Zijl (1), Pichlmeier (6), Steenbakkers (1), L. Petersen, Michielsen, Stolle (3), S. Petersen (3/3)
Siebenmeter: 2/1 (Minevskaja scheitert) – 3/3
Zeitstrafen: Amega, Obradovic – Michielsen, Stolle
Schiedsrichter: Thomas Hörath, Timo Hofmann (Zinsdorf, Steigaurach)
Zuschauer: 1050

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP