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Galavorstellung in Pink

Im Verfolgerduell der Bundesliga landet die TuS Metzingen einen 33:18 (15:9)-Kantersieg gegen den BVB Borussia Dortmund.
Es war ein Verfolgerduell, das keines war, weil eine Mannschaft nicht mitmachen konnte. Der 33:18-Sieg der TuS Metzingen gegen den BVB Borussia Dortmund lässt einen Klassenunterschied vermuten, wobei das noch als milde Einschätzung durchgeht.

Bei Dortmund fehlte die erkrankte Alina Grijseels und damit die zentrale Spielerin. Nur bei Siebenmetern konnte sie in Erscheinung treten, das Spiel ihrer Mannschaft aber nicht lenken. Das hat man besonders in der zweiten Halbzeit gemerkt, als die Dortmunderinnen förmlich untergingen. Pro Halbzeit erzielten sie jeweils neun Tore. Das bedeutet zweierlei: Die Abwehr der TusSies war stark, der Angriff des BVB sehr schwach.

Die gelb-schwarzen Damen wollten schon in er ersten Halbzeit nicht so richtig in die Gänge kommen, schlampten im Aufbau, stellten dafür mit zwei Kreisläuferinnen der TuS eine Aufgabe. „Zu Beginn lief es noch etwas zäh“, so TuS-Trainer André Fuhr, „irgendwann war es dann aber auch gut mit den zwei Kreisläuferinnen. Wir hatten uns darauf eingestellt, machten immer Druck.“ Neben dem Tempospiel lobte Fuhr auch den Positionsangriff. Und ob das nicht gereicht hätte, dem Gegner das Leben über die Maßen schwer zu machen, hatte die TuS Metzingen auch noch eine gute Abwehr aufgebaut, mit einer Isabell Roch im Rücken, die gegen ihren neuen Verein zeigen wollte, was für ein Juwel sie da an Land gezogen haben. Sie hielt einiges, ihre Gegenüber Clara Woltering an ihrem Geburtstag zunächst auch.
Trotzdem war die Dortmunder Keeperin schnell genervt, weil die TusSies schon im ersten Abschnitt in Sachen Chancenverwertung nicht ganz schlecht waren, die paar Freie ausgenommen, die Frau Woltering schnappte.
Zu Beginn bewegte sich das Ergebnis noch in engem Rahmen. Monika Kobylinska war seitens der TuS stärker als zuletzt, Marlene Zapf eine unermüdliche Arbeiterin in Sachen Gegenstößen – deren es etliche gab. „In der ersten Halbzeit hatte ich noch zwei Strauchler. Insgesamt hat die Quote aber gepasst. Nach der bitteren Niederlage in Bietigheim hat es besonders gut getan, zu gewinnen“, bilanzierte die siebenfache Torschützin.
Nach dem 8:6 (14.) wurde dem BVB eine achtminütige Sendepause verordnet. Die TuS hätte, wenn man in der Nachbetrachtung unbedingt etwas kritisieren will, in dieser Phase mehr als drei Tore machen können. Zur Pause wollte man sich über den 15:9-Zwischenstand freilich nicht beschweren.
Die TuS legte erbarmungslos nach. In der 41. Minute traf Dorina Korsos zum 21:13, musste danach aber verletzt raus. Das war die einzige schlechte Nachricht an diesem Abend, wobei man hofft, dass es den Pechvogel vom Dienst nicht zu schwer erwischt hat. Zumindest konnte sie den 33:18-Sieg mit ihrem Team schon wieder bejubeln.

5:1 klappt auch

„Es gab nach Wechseln keinen Bruch. Das hat mir sehr gefallen“, sagte André Fuhr. Die TuS-Keeperinnen konnten sich im zweiten Abschnitt kaum noch auszeichnen – weil die pinke Verteidigung zeitweise gar keinen Torwurf mehr zuließ, auch eine 5:1-Variante erfolgreich testete.
Ausnahme in der 58. Minute, als Madita Kohorst von Alina Grijseels zunächst einen Siebenmeter parierte, den Nachwurf gleich auch noch, was auf den Rängen die Stimmung überkochen ließ. „Das gefällt mir in Metzingen ganz besonders. Das Publikum ist immer voll da. Auch wenn es mal nicht so toll läuft“, lobte die Keeperin, die dann den Blick sofort wieder scharf stellte. „Wir haben das erste Vier-Punkte-Spiel gewonnen, am Mittwoch kommt das nächste. Und Buxtehude wird es uns garantiert nicht so leicht machen. Da müssen wir uns sofort wieder fokussieren.“ Die Feier fiel also aus. Der doppelte Nachholtermin ist am Mittwoch.

TuS Metzingen: Kohorst, Roch – Zapf (7), Kobylinska (7), Kovacs (2), Welser, Minevskaja (5/4), Niederwieser (1), Harsfalvi (5), Weigel (1), Vollebregt (2), Beddies, Behnke (1), Korsos (2)
BVB Dortmund: Duijndam, Woltering, Ten Holte – Grijseels (2/2), Müller (1), Kockel (1), Einarsdottir (4), Stockschläder, Fege, van Kreij (3), Huber (2/1), Fujita (3), Wulf (2)
Siebenmeter: 6/3 (Grijseels (2) und Huber scheitern) – 4/4
Zeitstrafen: Kovacs, Behnke – Woltering, Müller, van Kreij (2), Einarsdottir
Schiedsrichter: Christian und David Hannes
Zuschauer: 1050

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP