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Fettes Polster fürs Rückspiel

Frauenhandball, EHF-Pokal Die TuS Metzingen gewinnt das Hinspiel der zweiten Runde gegen die HSG Blomberg-Lippe klar mit 32:24 (17:10). Von Wolfgang Seitz

Die Zweifel am Einzug der TuS Metzingen in die nächste Runde des EHF-Pokals sind nur theoretischer Natur. Mit 32:24 wurde am Samstagabend vor 900 Zuschauern die HSG Blomberg-Lippe besiegt. Überragend auf Seite der Metzingerinnen war Kreisläuferin Julia Behnke, die neun Mal traf, sich aber genau erinnern konnte, dass es einen Fehlversuch zu beklagen gab. „Macht aber nichts“, lachte sie.

Super gute Abwehr

Das Spiel war ganz nach dem Geschmack von TuS-Trainer René Hamann-Boeriths. „Die Abwehr ist super gut gestanden, meine Spielerinnen haben sich genau an den Plan gehalten, den wir ausgearbeitet haben“, sagte er und lobte die disziplinierte Spielweise. Ganz zufrieden kann ein Trainer natürlich nicht sein: „Vielleicht haben wir ein paar zu viel verworfen.“ Da sprach er die Schlussphase an, in der man leicht in Hektik verfiel und es von 31:19 (54.) auf 31:24 ging. Den Deckel drauf machte dann Julia Behnke – wer auch sonst.

Die sah es ähnlich wie ihr Coach: „Nach vorne haben wir die Bälle manchmal unclever gespielt. Da müssen wir den Risikopass einfach mal weglassen. Ansonsten kann man aber sehr zufrieden sein. Wir sind gefährlich auf allen Positionen, der Rückraum macht einen guten Job und deshalb bekomme ich am Kreis auch die Bälle, die ich brauche.“ Marlene Zapf war nicht ganz so kritisch: „Über eine starke Abwehr und eine starke Torhüterin sind wir gut ins Tempospiel gekommen und waren sehr konzentriert.“

Imponierend, wie die TusSies sich zu Beginn aus einer leicht misslichen Lage befreiten. 1:3  stand es nach sieben Minuten, geklappt hatte bis dahin nicht sehr viel. Dann machte man genau das, was die Mannschaft in dieser Saison auszeichnet. Balleroberung hinten – Tore vorne. Vier am Stück, es stand 5:3 (10.) nach einem Gegenstoß von Marlene Zapf. Zehn Paraden von Jasmina Jankovic gaben den Rückhalt in der ersten Hälfte, in der es unnötigerweise beim 6:5 (16.) wieder spannend wurde. Das 17:10 zur Pause gab dann aber schon die exakte Richtung vor.

Nach 43 Minuten war bei Ina Großmanns 23:13 der Abstand erstmals zweistellig. Hinten raus kamen dann die kleinen Ungereimtheiten, weshalb die Differenz in der Endabrechnung „nur“ acht Tore betrug. Wobei man noch erwähnen sollte, dass HSG-Keeperin Anna Monz den TusSies wieder 14 Gelegenheiten wegnahm. Die Quote von Jasmina Jankovic war ähnlich, was sie hernach gar nicht richtig glauben wollte. Stimmt aber.

Das Spitzenspiel

Das Rückspiel am kommenden Samstag ist also nur noch Formsache, wird trotzdem mit voller Konzentration angegangen. Da braucht man schon am Mittwoch eine große Portion, wenn die Reise nach Thüringen zum THC geht. „Da sehen wir, wo wir tatsächlich stehen“, weiß nicht nur TuS-Keeperin Jasmina Jankovic. „Wenn wir alle 100 Prozent geben, können wir vielleicht zum ersten Mal beim THC gewinnen“, sagte sie auch noch. Ja, warum eigentlich nicht. Trainer René Hamann-Boeriths war die Vorfreude anzumerken. „Der Thüringer HC ist vielleicht noch stärker als in der vergangenen Saison. Es ist eine kluge und routinierte Mannschaft mit internationalen Topspielerinnen.“ Die hat er auch und sieht sein Team in Thüringen durchaus nicht chancenlos. „Wir glauben daran.“

TuS Metzingen gegen HSG Blomberg Lippe 32:24

TuS Metzingen: Jankovic, Roch – Zapf (4), Amega (2), Kobylinska (3), Loerper (2), Minevskaja (5/5), Ingenpaß (1), Großmann (1), Weigel, Obradovic (3), Beddies (2), Behnke (9)
HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith – Schnack (1), Rüffieux (2), Klaunig, Müller (1), van Buren, van Zijl, Pichlmeier (4), Kordovska (5), Steenbakkers (4/1), L. Petersen, Stolle (4), Emidio Rodrigues, S. Petersen (3)
Siebenmeter: 5/5 – 1/1
Zeitstrafen: Minevskaja, Weigel – van Zijl, Emido Rodrigues, S. Petersen, Stolle
Schiedsrichter: Marco Di Domenico, Lorenzo Fornasier (ITA)
Zuschauer: 900

 

Wolfgang Seitz

Sportredakteur