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Die pinke Walze rollt

Frauenhandball Erstligist TuS Metzingen besiegt vor ausverkauftem Haus die überforderte Neckarsulmer Sportunion mit 35:18 (18:10).

Es war ein Erstliga-Derby, zeitweise konnte man aber durchaus einen Klassenunterschied vermuten. Vor 1050 Zuschauern war die TuS Metzingen in der Partie gegen die Neckarsulmer Sportunion auf den Punkt topfit, völlig unbegründet die Sorgen von Trainer René Hamann-Boeriths. „Ich war schon ein bisschen nervös, weil wir erst ab Donnerstag mit der ganzen Mannschaft trainieren konnten. Sechs Mädels waren ja bei der Nationalmannschaft.“ Zwei Einheiten haben aber vollkommen gereicht. Die TusSies präsentierten sich wie aus einem Guss, fegten Neckarsulm mit 35:18 (18:10) aus der Öschhalle. Um die pinke Überlegenheit mit Zahlen zu verdeutlichen: Nach der Halbzeit waren den Gästen in 25 Minuten nur vier Treffer vergönnt. Ein Indiz, dass es in der Abwehr der Gastgeberinnen nicht ganz schlecht gelaufen ist.

So sah es auch Torhüterin Jasmina Jankovic, die fast durchspielte und sich hernach über 20 Paraden freuen durfte. „Wir haben vor dem Spiel extra noch die Absprachen in der Abwehr ein bisschen geändert. Es hat alles gepasst, und wenn doch einmal ein Ball durchkam war ich da oder der Block.“ „JJ“, die zuletzt recht sparsam Spieleinsätze bekam, hat sich „mega gefreut“, dass sie wieder einmal von Beginn an ran durfte. Und es mit Leistung gedankt.

Die in allen Belangen überlegenen TusSies gönnten sich eine kurze Anlaufzeit, in der die Gäste in Führung lagen (2:3, 8.). Dann ging es ziemlich zügig voran. Von 6:5 (14.) auf 9:5 (17.). Als aus dem folgenden 9:6 das 13:6 gebastelt wurde (21.), war die Spannung so gut wie raus. Drei Stück in Serie hatte Marlene Zapf eingetütet, die auf rechts immer wieder freigespielt wurde, beziehungsweise gegenstoß-technisch unterwegs war.

Erwähnenswert auf TuS-Seite noch die Treffsicherheit von Shenia Minevskaja aus sieben Metern. Vier von vier versenkte sie im ersten Abschnitt, die Bilanz sollte bis zum Abpfiff bei 100 Prozent bleiben. Jasmina Jankovic im pinken Gehäuse hatte nach 30 Minuten zwölf Paraden stehen. Es stand 18:10 zu diesem Zeitpunkt. Bei den TusSies saß nach ihrer Knöchelverletzung Monika Kobylinska zumindest auf der Bank. Aber nur für den Notfall, wie der Trainer betonte. Der trat dann ja nicht ein, so kann sie eine weitere Woche gut trainieren, um dann eventuell in Rödertal ihr Comeback auf halbrechts zu geben.

René Hamann-Boeriths war mit dem Auftritt seiner Mannschaft natürlich zufrieden, mit dem Ergebnis auch, ein bisschen kritisieren musste er dann aber doch noch. „Wir wollen immer alles besser machen. Ende der ersten Halbzeit bekamen wir ein paar einfache Tore. Die möchte ich noch weghaben.“ Ist ja gut. Auch das werden die Mädels sicher noch hinbekommen.

In Halbzeit zwei tat er sich dann auch schwer, Kritik anzubringen. Okay, man hat nicht alles getroffen, dafür aber hinten dichtgemacht. Bis zum 31:14 (54.) gab ein 13:4 für die Zuschauer zu bejubeln. Sechs Einschläge ohne Fehlschuss wurden für Annika Ingenpaß notiert. Sie war ein Aktivposten wie auch Maren Weigel. „Wir haben das gespielt, was wir wollten. Unter 20 Gegentoren zu bleiben ist immer gut, vorne haben wir die leichten Tore gemacht“, so Weigel, die darüber herzlich lachen konnte, dass sie bei einem Konter fast das leere Tor übersehen hätte. Sie will in Zukunft besser aufpassen. Das hat die sympathische Rückraumspielerin versprochen.

TuS Metzingen gegen Neckarsulmer Sportunion 35:18

TuS Metzingen: Jankovic, Roch – Zapf (8), Amega (2), Kobylinska, Minevskaja (7/6), Karlsson (1), Ingenpaß (6), Großmann, Weigel (4), Obradovic (2), Beddies (3), Behnke (2)
Neckarsulmer SU: Giegerich, Sattler, Brausch – Hoffmann (2), Breitinger (3/2), Gerber (1), Mack (2), Kaufmann (1), Namat (2), Ineichen (3), Reimer (2), Moldrup (2/1)
Siebenmeter: 6/6 – 6/3 (Reimer (2) und Breitinger scheitern)
Zeitstrafen: 0 – Hoffmann, Mack, Kaufmann, Ineichen, Moldrup
Schiedsrichter: Maike Merz, Tanja Schilha.
Zuschauer: 1050

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP