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Der DHB-Pokal bleibt pink

Die TuS Metzingen besiegt im Achtelfinale des DHB-Pokals Titelverteidiger VfL Oldenburg mit 34:21 (17:11).

So ein Trainer hat es wahrlich nicht leicht. Da stand TuS-Kommandogeber André Fuhr nach dem furiosen Pokalsieg gegen Oldenburg bei der Presse, durfte eine perfekte Vorstellung seiner Mädels kommentieren, musste dabei aber natürlich auch darauf verweisen, dass es noch ein bisschen besser geht. Wobei besser vielleicht das falsche Wort ist. Es geht konstanter. „Anfangs war es richtig gut. Das kann man natürlich nicht durchhalten. Die großen Chancen in der ersten Halbzeit müssen wir aber einfach machen“, so Fuhr, der natürlich Recht hat. Auch mit der Feststellung, dass man nicht mäkeln darf, wenn man den Pokalsieger mit 13 Toren Differenz aus dem Wettbewerb kegelt. Das 34:21 war ein weiteres Indiz, dass es bei den TusSies derzeit läuft wie geschmiert. Sieg Nummer sieben in Folge wurde notiert.

Per Raketenstart lag die TuS Metzingen nach neun Minuten mit 8:2 in Führung. Oldenburg konnte die pinke Deckung kaum knacken, bekam in den hinteren Regionen keinen Zugriff auf entfesselte TusSies. In erster Linie machten sich aus dem Rückraum Monika Kobylinska und Delaila Amega bemerkbar.

Der Trend setzt sich so nicht nahtlos fort, weil nicht alles reinging, beziehungsweise im Aufbau geschlampt wurde. Das 11:7 aus der 16. Minute wurde aber ruckzuck wieder eingerenkt. nach einem Doppelpack von Jukia Harsfalvi stand es 14:7 (18.). Alles war gut bis zum 15:8 (20.), ehe die TuS es hinten raus austrudeln ließ, vor der Pause nur noch zwei Mal traf. Bis zum 17:11 schnappte VfL-Keeperin Annamaria Ferenczi einiges weg, zudem musste man sich an die 5:1-Abwehr der Gäste gewöhnen, die das eine oder andere Mal Passwege durchkreuzte. Das war dann jene Sequenz, die André Fuhr nicht ganz so schmeckte.

Halbzeit zwei wurde zunächst noch ein bisschen enger (19:15, 37.), ehe sich Erstaunliches tat. Die TuS kam aus einer Überzahl, bisher nicht wirklich ihr Ding, mit einem 3:0 heraus. Getroffen hatten Marlene Zapf, Monika Kobylinska und Julia Behnke. Einmal so richtig in Fahrt, sattelten Shenia Minevskaja (2) und Marlene Zapf noch drei Stück drauf. Der 6:0-Lauf führte zum 25:15 (46.) und damit war die Sache durch. Oldenburg war nur noch um Schadensbegrenzung bemüht, was Geschke und Co aber nicht gelingen wollte.

Die TuS probierte einiges, deckte 4:2, es wurde munter durchgewechselt und das Spiel mit einem fulminanten 34:21-Sieg beendet. Treffer Nummer 34 markierte Maren Weigel mit dem Schlusspfiff. Man erinnert sich: Vor zwei Jahren hatte es die TuS im Viertelfinale mit Oldenburg zu tun. Auch da traf Maren Weigel kurz vor der Sirene – zum vielumjubelten 27:26.

André Fuhr brachte im zweiten Abschnitt auch Miriam Welser aus der zweiten Mannschaft. „Sie ist eine fleißige Trainiererin, hat es verdient.“ Shenia Minevskaja verwies auf eine Super-Mannschaftsleistung. „Wir wissen aber auch, was wir besser machen müssen“, blickte sie schon auf das Bundesligaspiel am Sonntag – eben auch gegen Oldenburg. Kelly Vollebregt will alle Möglichkeiten nutzen, um sich nach ihrer langen Verletzungspause wieder anzubieten. „Ich bin fit, es läuft immer besser“, so der Wirbelwind aus den Niederlanden. Sie hat, wie alle anderen Gesprächspartner, keinen Wunschgegner. „Es ist egal, wer zu uns kommt“, hat die Rechtsaußen zumindest einen „Heimspielwunsch“ fürs Viertelfinale, das am 12./13. Januar 2019 ausgetragen wird. Die Auslosung steigt am Mittwoch nach dem Spiel zwischen dem BVB Dortmund und dem Buxtehuder SV.

Ergebnisse Achtelfinale:

Füchse Berlin – Thüringer HC ⇥17:43
SG BBM Bietigheim – FA Göppingen ⇥30:24
Frankfurter HC – BVB Dortmund ⇥24:33
HSG Bensheim/Auerbach – Buxtehuder SV ⇥25:29
SV Union Halle-Neustadt – VfL Waiblingen ⇥30:29
Bayer Leverkusen – TV Nellingen ⇥29:26
TG Nürtingen – Neckarsulmer SU ⇥20:32
TuS Metzingen – VfL Oldenburg ⇥34:21

DHB-Pokal TuS Metzingen gegen  VfL Oldenburg 34:21

TuS Metzingen: van de Polder, Roch – Zapf (8/5), Amega (3), Kobylinska (7), Kovacs (3), Welser, Minevskaja (2), Harsfalvi (4), Weigel (2), Vollebregt (1), Haggerty (1), Beddies (1), Behnke (2)
VfL Oldenburg: Renner, Ferenczi (1) – Fragge (1), Birke, Genz, Jongenelen (1), Martens (2), Behrend (4), Geschke (3/2), Logvin (1), Hartstock (1), Mikkelsen (2), Schoenaker (3/1), Roller (2)
Siebenmeter: 7/5 (Zapf und Minevskaja scheitern) – 3/3
Zeitstrafen: Kobylinska, Kovacs, Beddies  – Mikkelsen (3 = Rot 56.), Schoenaker (2)
Schiedsrichter: Marcus Hurst, Mirko Karg (Oberursel, Nieder-Eschbach)
Zuschauer: 620

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP