Select Page

Fulminantes Comeback in pink

Frauenhandball, Bundesliga Die TuS Metzingen siegt in der ausverkauften Öschhalle gegen den VfL Oldenburg 37:25 (20:16).

Das war eine Rückmeldung. Die TuS Metzingen hat am Samstag den VfL Oldenburg mit 37:25 (20:16) aus der Öschhalle geschossen. 1050 Zuschauer waren begeistert, die Protagonisten auch.

„Die Mädels haben eine super Leistung gebracht. Heute waren sehr viele sehr gut“, lobte Trainer René Hamann-Boeriths. Alles war ganz anders als in den vergangenen Wochen, plötzlich wieder so, wie man die TusSies eigentlich kennt. Noch einmal der Coach: „Das haben wir gebraucht. Wir sind wieder zurück in unserem Spiel. Über eine sehr gute Abwehr kommen wir in den Gegenstoß – und dann läuft es.“ Und wie. Gespielt waren eine Minute und 20 Sekunden, die TuS führte mit 3:0. Getroffen hatte Katharina Beddies doppelt sowie die einmal mehr groß aufspielende Marlene Zapf.

Zapf hatte bis zum 9:4 (8.) bereits vier Mal getroffen, als Oldenburgs Trainer Niels Bötel Gesprächsbedarf anmeldete. Zu diesem Zeitpunkt war bei seinem Team nicht zu erkennen, wie man zu verteidigen gedachte. Das TusSies-Tempo verhinderte das Stellen jedweder Abwehr. Als sich bei den Metzingerinnen Fehler im Aufbau einschlichen, waren die Oldenburgerinnen dann aber zur Stelle, machten die Partie ihrerseits schnell. Auf 9:7 (11.) waren sie dran. Die TuS dann beim 14:9 (19.) wieder weg. Drei Mal in kurzer Folge hatte Annika Ingenpaß am Kreis getroffen, wie überhaupt alle TusSies gut drauf waren, die aufs Feld geschickt wurde. Und warum war das so? „Wir haben hart trainiert und als Team an uns geglaubt“, strahlte Delaila Amega, die viel Spielzeit bekam und als Regisseurin eine enorme Schlagzahl vorgab

Beim 20:16 ging es in die Kabine, raus kam ein wild entschlossenes pinkes Kollektiv, das gar nichts mehr zuließ, was über eine etwaige Annäherung hinausging. Die vor Elan sprühende Marija Obradovic hatte zum 24:19 (39.) getroffen, Julia Behnke, die mit ihr den kaum zu knackenden Mittelblock stellte, in Minute 52 zum 32:22. Da hatte das Schaulaufen der Pink Ladies bereits begonnen. Der Schlusspunkt zum 37:25 war Marlene Zapf, wem sonst, vorbehalten. Oldenburg hatte nie eine echte Chance, profitierte in Hälfte eins von TuS-Fehlern. Nach einer roten Karte für Angie Geschke in der 50. Minute, die Jasmina Jankovic beim Siebenmeter, garantiert unbeabsichtigt, im Gesicht getroffen hatte, brach das Unheil über die armen VfL-Mädels herein.

„Wir haben das heute sehr gut gemacht. Unser Spiel wollten wir machen, das ist gelungen. Ich will weiter meine Chance nutzen, das Vertrauen gerechtfertigen, das der Trainer mir schenkt. Ich habe das aber nicht alleine gemacht, alle Mädels waren heute sehr gut“, sagte Marija Obradovic. „Ich versuche weiter so konstant zu spielen. Nach den letzten Spielen war der Sieg in einer ausverkauften Öschhalle mit diesem fantastischen Publikum besonders schön“, gab Isabell Roch zu Protokoll, derzeit die Nummer eins zwischen den Pfosten.

Und was macht nun Youngster Delaila Amega in den beiden Wochen bis zum nächsten Spiel? „Weiter hart trainieren.“ Man hatte den Eindruck, dass sie sich darauf sogar freut. Nach der Pause warten die Hammer-Partien in Buxtehude und Bietigheim. „Ich hoffe, dass es dann weiter bergauf geht“, gibt die junge Spielmacherin die Richtung vor.

TuS Metzingen gegen VfL Oldenburg 37:25

TuS Metzingen: Jankovic (bei 7m), Roch – Zapf (8), Amega (3), Loerper, Minevskaja (4/2), Karlsson, Ingenpaß (3), Großmann (3), Weigel (5), Obradovic (6), Beddies (2), Behnke (3)
VfL Oldenburg: Renner, Kohorst – Fragge, Birke (5), Wenzl (6/4), Spur Petersen (4), Martens, Behrend (2), Geschke (5/4), Hartstock (1), Roller (1), Staal (1), Winter
Siebenmeter: 4/2 (Minevskaja scheitert zwei Mal) – 10/8 (Wenzl und Geschke scheitern)
Zeitstrafen: Loerper, Ingenpaß, Behnke –  Staal
Rote Karte: Geschke (50., trifft Jankovic bei 7m im Gesicht)
Schiedsrichter: Andreas Briese, Kim von der Beeck (Köln)
Zuschauer: 1050

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP