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Zum Derby in der Frauenhandball-Bundesliga empfängt die TuS Metzingen am Samstag (19.30 Uhr) den TV Nellingen. Edina Rott ist die neue Trainerin.

Spiel eins für die TuS Metzingen nach der Trennung von Trainer René Hamann-Boeriths. Unter der Regie von Edina Rott wollen die Pink Ladies sofort zurück in die Erfolgsspur. Sie sind selbstkritisch genug, sich eine gehörige Portion Mitschuld an der Misserfolgsserie der vergangenen Wochen zu geben. „Wir wissen, dass wir mit drinstecken, das geht nicht nur auf Renés Kappe. Die Spielerinnen stehen nun in der Verantwortung“, sagte Marlene Zapf.

Mit diesem Wissen geht es nun am Samstag gegen den TV Nellingen. Noch einmal Marlene Zapf: „Nellingen liegt uns nicht immer. Wir müssen aber endlich zeigen, dass wir es besser können.“ Punkt zwei ist unstrittig – und das mit dem Gegner wurde in dieser Spielzeit schon zwei Mal offensichtlich. Kurz vor dem Jahreswechsel tat sich die TuS auf den Fildern schwer, siegte letztendlich noch mit 35:31, ein paar Wochen später war es im Viertelfinale des DHB-Pokals noch enger. Die TusSies zogen per 23:22-Sieg ins Final-Four ein, die Hornets waren nach furioser Aufholjagd traurig.

Katharina Beddies bekundete bei der Pressekonferenz am Donnerstag Respekt vor dem Gegner. „Gegen Nellingen haben wir schon oft gespielt und eine gewisse Routine entwickelt. Sie haben eine aggressive Abwehr, nehmen die Gegenspielerinnen früh an. Da müssen wir uns in den 1:1-Situationen durchsetzen. Vorne spielen sie unorthodox, nehmen auch Chancen die eigentlich gar keine mehr sind. Da müssen wir aufmerksam, konzentriert und immer dran sein“, so Beddies.

Kritischer Rückblick

Der kritische Rückblick der Linksaußen auf die vergangenen Wochen: „Wir agierten ein Stück weit kopflos, der Gegner hat manchmal einfach mehr gekämpft. Wir standen uns selber im Weg.“  Für das Spiel am Samstag hat Katharina Beddies ein Rezept parat: „Nellingen nicht unterschätzen, zsammenrücken als Team – und den Kopf ausschalten.“

Letzteres stimmt ein bisschen nachdenklich, freilich  hat sich die junge Dame dabei etwas gedacht. Die TuS agierte zuletzt oft zu verbissen, damit einher gingen technische Fehler und Abschlüsse, die zu selten das Ziel fanden.

Ferenc Rott äußerte sich zur Trennung von Trainer René Hamann-Boeriths unter der Woche. „Wir hatten bei einer gemeinsamen Analyse wenig Anhaltspunkte, dass es besser werden sollte. Ich musste alles versuchen, dass man noch etwas ändern kann.“ Edina Rott übernimmt bis Saisonende – was im Hause Rott durchaus zu Diskussionen geführt hat. „Man hat sich viel überlegt, letztendlich ist Edina in dieser Phase aber die allerbeste Lösung. Sie kennt als bisherige Co-Trainerin die Mannschaft bestens“, so der Manager. Eine externe Lösung die Sinn gemacht hätte, war weit und breit nicht in Sicht.

Jetzt feiert Edina Rott gegen Nellingen also ihren Einstand als „Übergangs-Chefin“. In erster Linie geht es darum, den Spaß am Handball wiederzuerlangen, die Lockerheit. Da könnte ein Sieg einiges bewirken.

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP