SPIELBERICHT

Derbysieg vor Rekordkulisse

Vor der beeindruckenden Kulisse von 2.400 Zuschauern - was gleichzeitig Saisonrekord für ein TUSSSIES-Heimspiel ist - gewannen die Pink Ladies beim 1. Ein-Euro-Spiel der...


Vor der beeindruckenden Kulisse von 2.400 Zuschauern – was gleichzeitig Saisonrekord für ein
TUSSSIES-Heimspiel ist – gewannen die Pink Ladies beim 1. Ein-Euro-Spiel der Region gegen den
Tabellennachbarn Sport-Union Neckarsulm mit 28:23 (13:13). Beim drittletzten Spiel der Saison
zogen die Ermstälerinnen in der zweiten Halbzeit entscheidend davon und behalten somit zwei
wichtige Punkte in der Heimat.


Tübingen/Metzingen. Nehmen wir eines vorweg: In der Tübinger Paul Horn-Arena sah man nicht
nur unter den Zuschauern leuchtende Augen und viele glücklicher Gesichter, sondern auch
Metzingens Geschäftsführer Ferenc Rott stand die Freude über das Gelingen der Veranstaltung
nach der Partie ins Gesicht geschrieben. „Es war schon ein außergewöhnliches Event, dass hier
heute über die Bühne gegangen ist. Wir haben bereits im Vorfeld sehr viel positives Feedback
erhalten, aber ein Spiel vor 2.400 Zuschauern in dieser Arena hatten wir zuletzt beim EHF-Pokal
Halbfinale im Jahr 2017. Viele der Zuschauer waren heute sicherlich erstmals bei uns, darunter
viele Schulklassen sowie Familien mit Kindern – wovon wahrscheinlich auch einige zum ersten Mal
ein Bundesligaspiel live gesehen haben. Ich möchte unseren Sponsoren von ganzem Herzen
danken, dass Sie diese Aktion derart unterstützt und somit überhaupt erst ermöglicht haben“, sagt
Rott.
Zum Geschehen auf dem Spielfeld: Nahezu im Gleichschritt ging es durch den ersten Abschnitt.
Nach der Metzinger Führung durch Carolin Hübner glich Antje Döll per 7-Meter aus. Nach einer
frühen Zeitstrafe gegen Gabriela Bitolo lies Alicia Soffel, mit dem ersten ihrer insgesamt elf Treffer,
die Neckarsulmer Führung folgen. Kurz darauf hieß es 1:3 ehe die TUSSIES nach sieben Minuten
beim 4:4 wieder ausgleichen konnten. In der Folgezeit legte die Sport-Union jeweils einen Treffer
vor und die Pink Ladies zogen umgehend nach. Da sich beide Teams eine Reihe an technischen
Fehlern wie auch Fehlwürfen leisteten, lebte die Partie von der Spannung. Hierzu trug auch eine
gut aufgelegte Lena Ivancok im Gästegehäuse bei.
Direkt nach der zweiten TUSSIES-Führung (10:9/20. Minute) durch Sabrina Tröster nahm
Gästetrainer Thomas Zeitz seine erste Auszeit. Dennoch lief der folgende Angriff ins Leere und
Carolin Hübner stellte mit ihrem zweiten Treffer auf plus Zwei. Doch Neckarsulm kam wieder
heran. Beim 11:11 fiel der erneute Ausgleich und beim Stand von 13:13 ging es anschließend in die
Kabinen.
Kam auf Seiten der TUSSIES vor der Pause aus dem Rückraum zu wenig, so sollte sich dies mit
Wiederanpfiff schlagartig ändern. Vor allem fand Gabriela Bitolo deutlich besser zu ihrem Spiel.
Mit einem 3:0-Lauf zog das Team von Miriam Hirsch binnen fünf Minuten auf 16:13 davon. Auch
nach dem ersten Neckarsulmer Treffer durch Soffel (36.), gelang es den Ermstälerinnen die Gäste
auf Abstand zu halten und in der 41. Zeigerumdrehung betrug der Abstand beim 20:15 bereits fünf
Zähler.

Ein Faktor war auch Sára Suba, die bereits Ende der ersten Halbzeit eingewechselt wurde, und eine
starke Leistung an den Tag legte. Neben ihren neun Paraden (43%) trug sich Suba zudem, bei einer
Metzinger Überzahl, beim 24:17 (52.) selbst in die Torschützenliste ein. Dies bedeutete
letztendlich auch eine gewisse Vorentscheidung im Derby. Nach 56 Minuten schien es dann beim
Zwischenstand von 27:19 sogar deutlich zu werden, doch Neckarsulm konnte in den
Schlussminuten nochmals verkürzen und so hieß es am Ende 28:23 vor der für die TUSSIES.
Im Trainertalk im Anschluss an das Spiel zeigte sich Metzingens Cheftrainerin Miriam Hirsch
dennoch nicht in allen Belangen mit der gezeigten Leistung ihrer Mannschaft zufrieden. „Unsere
Trefferquote war zu niedrig und auch über die technischen Fehler, vor allem in der ersten Halbzeit,
können wir nicht hinwegsehen. Wir sind über eine starke Abwehr gekommen und hätten das Spiel
am Ende auch deutlicher für uns entscheiden können. Nun wollen wir auch in den letzten beiden
Spielen das Maximum herausholen“, sagt Hirsch, die sich überwältigt von der Zuschauerkulisse in
der Arena zeigte. „Es ist einfach nur toll was hier zusammen mit den Sponsoren auf die Beine
gestellt wurde und ich freue mich ein Teil davon zu sein“, so die Kommandogeberin der Pink
Ladies.
Ähnliche Worte fand auch Sára Suba. „Vielen Dank an die Fans, ich bin begeistert von unseren
Zuschauern. Wir möchten nun auch in den nächsten zwei Spielen alles dafür geben, um den 5.
Tabellenplatz zu erreichen“, meinte Suba, die zur TUSSIE des Spiels gewählt wurde.
Van Vliet wechselt zum nächsten Heimspielgegner
In der kommenden Saison wird Lois van Vliet nicht mehr dem Kader der TUSSIES angehören. Die
aktuell von den Pink Ladies an Ikast Håndbold ausgeliehene Flügelspielerin wird sich ab der
kommenden Saison dem SV Union Halle-Neustadt anschließen. Die 20-jährige, die vor der Saison
2024/2025 aus Amsterdam an die Erms wechselte, zieht es damit zum Ligakonkurrenten an die
Saale, der derzeit den Relegationsplatz einnimmt. Die TUSSIES-Familie bedankt sich bei Lois für
ihren Einsatz in Pink und wünscht ihr für die Zukunft alles Gute.


TUSSIES: Weiss, Suba (1) (beide Tor) – Lindemann (6/4), Tröster (3), Petzold (4), Klein (1), Franz,
Schlegel (1), Goldammer, Sabatnig (1), Demmel, Bitolo (4), Schlipf, S. Hübner (2), C. Hübner (3),
Cholevová (2)
Sport-Union Neckarsulm: Fossum, Ivancok (beide Tor) – Hinkelmann (2), Bruggemann (2), Soffel
(11), Holtmann (), van der Linden, Schäfer, Ossenkopp, Albers (1), Holste, Döll (7/2)
Siebenmeter: 4/5 – 2/3
Zeitstrafen: 2– 4
Trainer: Miriam Hirsch – Thomas Zeitz
Schiedsrichter: Maximilian Engeln und Felix Schmitz
Zuschauer: 2.400