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Am Samstag (19.30 Uhr) erwartet in der Bundesliga die TuS Metzingen die noch punktlosen Vipers aus Bad Wildungen.

Da muss man gar nicht lange um den pinken Brei herumreden: Die TuS Metzingen ist gegen die HSG Bad Wildungen klarer Favorit. Dennoch ist es vollkommen in Ordnung, wenn man vor dem ungleich erscheinenden Duell, 6:4 Punkte treffen auf 0:10, Vorsicht walten lässt. Eine Trainerin muss da mit gutem Beispiel voran gehen. „Die Vipers haben erfahrene Spielerinnen, die aus dem Rückraum treffen und das Spiel steuern können. Sie haben zwei gute Torhüterinnen, geben nie auf“, warnt Edina Rott. Bekannt ist bei Bad Wildungen, dass man problemlos von einer 6:0- auf eine 4:2-Deckung umschalten kann, die Edina Rott als „komisch“ erachtet. Zumindest hat sie den TusSies das Leben schon sehr schwer gemacht.

Nicht blenden lassen

Es kommt zwar der punktlose Vorletzte, der allerdings sehr beachtenswerte Ergebnisse aus der aktuellen Spielzeit zu vermelden hat. „Die haben zum Beispiel gegen Bietigheim sehr gut gespielt“, hat Dorina Korsos ihre Hausaufgaben gemacht, die zusammen mit Bo van Wetering bei der Pressekonferenz am Donnerstag die Mannschaft repräsentierte. Um es mit Zahlen zu verdeutlichen: In Bietigheim haben die Vipers nur mit 28:30 verloren, das 25:26 gegen Blomberg war ebenfalls denkbar knapp, auch in Ketsch war beim 27:30 gegen die Kurpfalz Bären etwas drin. Das hat Dorina Korsos auf den Schirm, die aber auch weiß, wie sich ihr Team zu verhalten hat. „Die Abwehr ist wichtig. Hinten müssen wir kompakt stehen und dann in die Gegenstöße kommen.“ Eine Einschätzung, die von ihrer Trainerin noch ergänzt wird: „Dann können wir gewinnen.“ Dass ihre Mannschaft das umsetzen kann, hat man zuletzt beim Pokalsieg in Buxtehude gesehen, wo Edina Rott mit ihren Pink Ladies „sehr zufrieden“ war.

Für die Cheftrainerin ist so etwas wie ein neues Zeitalter angebrochen. Sie hat einen brechend vollen Kader. Das empfindet Edina Rott keineswegs als Druck, vielmehr ist sie froh, nun aufstellungstechnisch auf jeden Gegner individuell reagieren zu können. „Ich brauche sie alle“, macht die Kommandogeberin klar.

Freunde und Konkurrenten

Auch ihre beiden Linksaußen, die bei der PK als strahlendes Duo auftraten. „Wir sind Freunde, helfen uns gegenseitig“, stellte Bo van Wetering schon einmal klar. „Dorina ist in der Abwehr stark und im Angriff schlau, spielt ein starkes Eins-gegen-Eins. Bo ist sehr schnell. Beide sind äußerst ehrgeizig“, lässt Edina Rott durchblicken, dass sich die Beiden wunderbar ergänzen. Und so sieht es nun auch auf anderen Positionen aus, wo es im Rückraum nach der Rückkehr von Marija Obradovic mannigfaltige Möglichkeiten gibt. Es liegt an der Chefin, von Spiel zu Spiel die erfolgsversprechendsten auszuwählen.

Nach dem Spiel am Samstag wird die gesamte Halle der Auslosung im DHB-Pokal entgegenfiebern. Folgendes Wunschprofil wurde erstellt: „Niemand von den ersten Vier. Und wenn es trotzdem sein muss, dann bitte zu Hause“, sagte Edina Rott. „Ich fände ein Derby gegen Göppingen sehr schön. Dann wäre die Halle voll“, wurde Dorina Korsos sehr konkret. Bo van Wetering gab sich als kämpferische Diplomatin: „Wir wollen ins Final Four, müssen deshalb gegen jeden Gegner gewinnen.“

Vor der Auslosung steht allerdings die Aufgabe gegen Bad Wildungen auf dem Stundenplan. Das ist den drei Damen bewusst, dem Rest der TusSies selbstverständlich auch.

 

 

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP