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In der zweiten Runde des EHF-Pokals erwartet die TuS Metzingen am Samstag (19.30 Uhr) den dänischen Vertreter Kopenhagen Handbold.

Es herrschte Einigkeit am Donnerstag bei der Pressekonferenz der TuS Metzingen vor dem Spiel im EHF-Pokal gegen Kopenhagen Handbold. „Unsere Abwehr war nicht richtig gut“, sagte Trainerin Edina Rott. „Wir müssen uns vor allem in der Abwehr verbessern. Ich auch“, sagte Simone Petersen, dänischer Neuzugang der TusSies. Gesprochen haben sie vom Spiel der Metzingerinnen am Mittwoch in Dortmund, das mit 31:35 abgegeben werden musste. Keine Diskussion also, was am Samstag anders werden muss.
Mit Kopenhagen kommt ein dänisches Spitzenteam, das im vergangenen Jahr unter den zehn besten Teams in der Champions-League war. Der Meister von 2018 wurde in der Spielzeit 2018/2019 Vierter in der starken dänischen Liga. Die Einschätzung von TuS-Manager Ferenc Rott nach der Auslosung war und ist also richtig: „Das dürfte eine der schwierigsten Aufgaben sein, die man überhaupt erwischen konnte.“ Unlösbar ist sie aber nicht.

Rückwärtsgang klemmt

„Man kann Kopenhagen ganz gut mit uns vergleichen. Sie sind sehr dynamisch, kommen übers Tempo, sind zudem stark in Zweikämpfen“, weiß Edina Rott. Sie hat bei den Däninnen aber auch ein Manko ausgemacht: „Sie laufen langsam zurück, machen das nicht gerne.“ Da gilt es den pinken Hebel anzusetzen.
Simone Petersen kennt zumindest Teile der gegnerischen Mannschaft. „Es ist ein sehr starker Gegner, der sich gegenüber der vergangenen Saison aber ziemlich verändert hat. Viele neue Spielerinnen kamen, vor allem junge. Das ist wie bei uns.“ Neu gekommen sind Olivia Mellegård (IK Sävehof), Maria Hjertner (Larvik HK), Paulina Uscinowicz (Start Elblag), Nyala Krullaars (SV Dalfsen) und die Deutsche Aimee von Pereira (TSV Bayer 04 Leverkusen). Louise Føns soll mit ihren 34 Jahren das junge Team führen, bekommt dabei Unterstützung von etlichen Nationalspielerinnen aus ganz Europa.
Ferenc Rott freut sich schon einmal auf ein rassiges Spiel mit vielen Toren – wobei die Verteilung gegenüber dem Mittwoch noch optimiert werden muss. 31 Tore erzielen wäre völlig in Ordnung, 35 bekommen ist verboten. Deutlich weniger schweben dem Manager vor.

Die Umsetzung obliegt einer jungen TuS-Mannschaft. Manche der Mädels bestreiten ihr erstes EHF-Cup-Spiel, freuten sich da schon vor Wochen mächtig drauf. Einige Erfahrung brächte diesbezüglich Maren Weigel mit. „Ich weiß aber noch nicht, ob sie spielen kann. Zum Glück hat sich die Schulterverletzung nicht als schwerwiegend entpuppt. Es ist wohl nur eine Zerrung“, vermeldete die TuS-Trainerin. Donnerstag hat sich die Rückraumspielerin im Training zurückgemeldet. Trainieren kann auch Marija Obradovic, spielen indes immer noch nicht.

Auch Simone Petersen musste in dieser Saison schon einiges einstecken, lässt sich von nichts groß aufhalten. „Meine Leistung ist ganz okay, muss aber noch besser werden“, sagte die Meisterin der No-Look-Pässe: „Für mich sind die völlig normal.“ Ihre Trainerin musste an dieser Stelle lachen. „Das muss Simone etwas runterschrauben. Es braucht Zeit, bis die Mitspielerinnen damit klar kommen. Sie weiß das aber, ist ein sehr positiver Mensch und lernwillig“, machte Edina Rott klar. Trotzdem will sie „ihre“ Dänin egoistischer und torgefährlicher sehen. Das mit der Abwehr wurde ja schon thematisiert.
Info Für das Spiel gibt es noch viele Sitzplätze. Man kann im Vorverkauf zuschlagen oder an der Abendkasse.

In der 3. Liga bekommt die TuS Metzingen II am Sonntag (17 Uhr) Besuch vom Bodensee. Der SV Allensbach macht seine Aufwartung in der Öschhalle. „Ich habe das Spiel von Allensbach gegen Schozach-Bottwartal gesehen. Das ist zweifellos eine gute Mannschaft, ein erfahrenes Team. Wir sind aber besser“, lässt TuS II-Trainer Damir Lebovic keinen Zweifel, wer als Favorit ins Rennen geht. Zumal er sowieso jedes Heimspiel gewinnen will. Wer will das nicht – die kleinen TusSies haben in dieser Liga aber allemal das Zeug dazu. Die 23:25-Niederlage aus dem Spiel in Regensburg ist verdaut, die Lehren sind gezogen. Bei der Einschätzung des Gegners holt sich Lebovic Ratschläge bei Svenja Hübner, die zu dieser Saison vom Schwäbischen Meer ins Ermstal gewechselt ist. Praktischerweise wird die Kreisläuferin dann auch in der Zweiten mitmachen, wenn die ihrem Ex-Team die Punkte wegnehmen will. Wer sonst noch aus der ersten Mannschaft zur Verfügung steht, wird sich ergeben. „Da muss ich noch mit Edina sprechen“, verweist Damir Lebovic auf das Mitspracherecht der Chefin. Unterhalten wird man sich in erster Linie über die ganz jungen Mädels: Katarina Pandza, Rebecca Rott und Laeititia Quist. Für den Trainer sind sie „reale Optionen“. In Regensburg waren noch Delaila Amega und Anika Niederwieser mit an Bord, die aber schon wieder feste Größen im Bundesligateam sind – das spielt europäisch.   ⇥wose

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP