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Rote Karte für Kovacs ist der Knackpunkt

 

In der Bundesliga verliert die TuS Metzingen bei Borussia Dortmund mit 31:35 (18:19), hält über weite Strecken die Partie beim Tabellenführer aber offen.

 

Es war ein rassiges, ein packendes Spiel, das sich am Mittwochabend Borussia Dortmund und die TuS Metzingen lieferten. Am Ende waren die Gastgeber abgeklärter, was beim Blick auf den Kader dann auch nicht verwundert. Gelb-Schwarz ist gespickt mit erfahrenen Spielerinnen, Pink baut auf die Jugend. „Die TuS Metzingen hat eine außergewöhnlich talentierte Mannschaft, deshalb sind die Punkte doppelt wichtig“, sagte BVB-Trainer André Fuhr nach der Partie. Für das Lob des ehemaligen Coaches können sich die TusSies freilich gar nichts kaufen.

Sie haben sich indes über weite Strecken der ersten Halbzeit sehr gut verkauft, ließen sich von einem 1:3-Rückstand aus der dritten Minute nicht beeindrucken, sondern antworteten  mit einem schönen Viererpack. Doppelt beteiligt war Lena Degenhardt, die eine ganz feine erste Hälfte zeigte (5 Treffer), viel aus dem Rückraum beisteuerte, aber auch mit Durchbrüchen Erfolg hatte. Simone Petersen (Siebenmeter) und Patricia Kovacs halfen in der angesprochenen Phase, die Partie in eine andere Richtung zu schubsen.

Dortmund knallte plötzlich viel vorbei, Isabell Roch bekam zunächst keine Hand an den Ball, die TusSies warteten mit einer sehr guten Chancenverwertung auf. Das galt bis zum 6:10 von Delaila Amega in der 17. Minute, was Dortmunds Trainer André Fuhr zu einer Auszeit veranlasste. Danach wurde es anders. Der BVB war in der Abwehr besser, die TuS indes schlechter, schenkte einige Bälle her, musste bis zur 20. Minute vier Gegentreffer schlucken.

Für Borussia Dortmund zahlte sich die Hereinnahme von Alina Grijseels  aus, Inger Smits traf aus dem Rückraum, gegen Ende der ersten Hälfte war auf links immer wieder Johanna Stockschläder frei – und wusste dies zu nutzten.

Das Spiel blieb bis zum Pausenpfiff eng. Die TuS versäumte es, in einer doppelten Überzahl Akzente zu setzen, überhaupt war das Überzahlspiel nicht ihr Ding. In die Kabine ging es beim 19:18 für die Gastgeberinnen. Wichtige Personalie noch bei der TuS: Ab der 14. Minute fehlte Patricia Kovacs wegen einer roten Karte. Sie hatte eine Gegenspielerin beim Gegenstoß gekreuzt,  allerdings konnte sie die gar nicht sehen. Eine sehr harte Entscheidung, die natürlich die Rückraumoptionen der Pink Ladies sehr einschränkte.

Nach dem Seitenwechsel kam zunächst Dortmund ein bisschen weg (23:20), die TusSies ließen aber nicht locker. Tamara Haggerty markierte in der 41. Minute das 25:25, Nicole Roth zeigte einige Paraden. Eine Viertelstunde vor Schluss war beim 27:27 durch Marlene Zapf noch alles drin. Als Edina Rott drei Minuten später zum Gespräch bat, sah es schon anders aus. Inger Smits, Kelly Dulfer und Kelly Vollebregt hatten Dortmund mit 30:27 in Front gebracht. Die TusSies konnten dies aus verschiedenen Gründen nicht mehr reparieren. „Wir konnten immer nachlegen“, sagte Fuhr. Die TuS eben nicht. Unnötige Fehler paarten sich mit Abschlusspech und dann war Rinka Duijndam ein zeitweise unüberwindbares Hindernis, hatte Isabell Roch im BVB-Kasten abgelöst. 35:31 endete die Partie. Man kann darüber streiten, ob das Ergebnis zu hoch war, unverdient war der Dortmunder Sieg sicher nicht.

„Ich will nicht sagen, dass es spielentscheidend war, aber die rote Karte gegen Patricia hat uns schon aus der Bahn geworfen. Wobei sogar Dortmunder Zuschauer die Entscheidung nicht nachvollziehen konnten. Dass in der entscheidenden Phase dann Entscheidungen gegen uns gefällt wurden, trug sein übriges dazu bei. Enttäuscht bin ich nach jeder Niederlage, wir hatten aber sehr gute Phasen drin, sind auf einem guten Weg, auf dem wir nun weiterarbeiten“, sagte Manager Ferenc Rott.

Trainerin Edina Rott brachte auch die rote Karte ins Spiel. „Patricia hat bis dahin sehr gut gespielt, hat dann mit ihrer Erfahrung gefehlt. Lena Degenhardt hat es nach zehn Tagen Pause sehr gut gemacht, Delaila Amega musste mehr spielen, als vorgesehen war. Es gab trotz der Niederlage viele positive Dinge, klar ist aber auch, dass wir es in der Abwehr besser machen müssen. Da hatte Dortmund einfach zu viel Platz – und hat ihn genutzt“, sagte die Trainerin.

 

Borussia Dortmund: Duijndam, Roch, Ten Holte – Grijseels (10/6), Weisheitel (2), Müller-Korn, Kockel, Smits (7), Stockschläder (4), Freriks, Dulfer (4), Fujita (1), Vollebregt (4), Bleckmann, Zych (2), Sobiech (1)
TuS Metzingen: Kohorst, Roth – Zapf (6/3), Janiszewska, Pandza, Amega (3), Quist, van Wetering (3), Petersen (4/1), Kovacs (2), Degenhardt (8), Niederwieser (1), Hartstock (1), Haggerty (2), Korsos (1) 

Siebenmeter: 7/6 (Sobiech scheitert) – 4/4
Rote Karte: Kovacs (14.)
Zeitstrafen: Dulfer (2), Sobiech (2), Vollebregt, Freriks – Korsos, Haggerty, Degenhardt
Schiedsrichter: Denis Regner, Julian Koppl
Zuschauer: 1225

 

 

 

Wolfgang Seitz
Sportredakteur  der SWP