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In der Frauenhandball-Bundesliga empfängt die TuS Metzingen am Samstag (19.30 Uhr) in der Öschhalle die HSG Bensheim-Auerbach.

Es war eine klare Ansage von Marija Obradovic, die am Donnerstag bei der Pressekonferenz eigentlich gar nicht viel sagen wollte: „Gegen Bensheim geben wir alles. Ein Sieg muss kommen. Jeder Punkt ist wichtig, wir haben noch Chancen, den EHF-Pokal zu erreichen.“ Recht hat die Rückraumspielerin der TuS, die natürlich auch noch das Hinspiel präsent hat – eine der dunkelsten Stunden im bisherigen Saisonverlauf.

Mit dem frischen Eindruck der Heimniederlage gegen Göppingen aus dem Spiel in der Porsche-Arena, ging die Fahrt an die Bergstraße. Der Auftritt der TusSies dort war recht bescheiden, trotzdem schien alles seinen Gang zu nehmen, als man vier Minuten vor Schluss mit vier Toren führte. Vom 19:23 ging es zum finalen 24:23. Dem ist zu entnehmen, dass die Pink Ladies in den letzten Minuten alles falsch gemacht haben. In der Summe wurden gar 21 Fehlwürfe notiert.

Die „alten“ TusSies

Jetzt trifft man sich zum Rückspiel – und wieder hat die TuS eine Niederlage gegen Göppingen im Genick. Jetzt soll es aber nicht nur laut Marija Obradovic anders laufen. Trainerin Edina Rott, die lange in Bensheim spielte und noch freundschaftliche Kontakte ins Südhessische pflegt, hat ihren Spielerinnen folgendes vermittelt: „Wir wollen wieder die alten TusSies werden. Mit Emotion, Leidenschaft, Aggressivität und Tempohandball da anknüpfen, wo wir vor zwei Wochen gegen Nellingen aufgehört haben.“ Kurz zusammengefasst: „Wir wollen gewinnen.“

Es reist der Tabellenzwölfte an, der keine Abstiegssorgen mehr hat. „Sie spielen einen schnellen Handball, sind stark im 1:1“, weiß Edina Rott. In Bensheim tat sich die TuS gegen eine offensive Abwehr recht schwer, zuletzt deckte die HSG aber in 6:0-Formation.

Man sei auf beides vorbereitet, verspricht Edina Rott, die nach dem Göppingen-Spiel in der Kabine recht laut geworden ist. „Ich war wütend und enttäuscht.“ Wer will ihr das verdenken. Zu sehr habe man es mit Einzelaktionen versucht, anstatt das Zusammenspiel zu pflegen. Gesprochen hat man darüber – sehr deutlich. „So eine Leistung reicht einfach nicht aus“, bringt die Trainerin den Auftritt unterm Hohenstaufen auf den Punkt.

Viel gutzumachen

Es gibt also viel gutzumachen am Samstag: Aus dem Hinspiel, aus der Vorwoche, aus der gesamten Runde, die bei weitem nicht nach Wunsch läuft. Ein Platz im EHF-Pokal ist aber noch nicht ganz weg. Sowohl in der Bundesliga als auch mit einem Sieg im Final Four wäre noch etwas zu machen.

Kobylinska wirft wieder

Da passt es, dass Monika Kobylinska nach ihrem Fingerbruch voraussichtlich ihr Comeback geben kann. „Bei Moni sieht es positiv aus. Sie genießt es, wieder Handball zu spielen. Wenn es weiter so läuft, ist sie im Kader und bekommt auch Spielanteile“, verspricht Edina Rott. Die polnische Nationalspielerin wird sehnsüchtig zurückerwartet. Auf halbrechts gehört sie zu den stärksten Akteurinnen in der Bundesliga. Das hat sie bei den TusSies in dieser Saison schon oft genug bewiesen. Im Endspurt samt Final Four könnte sie noch sehr wertvoll werden.

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP