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In der Bundesliga besiegt die TuS Metzingen die HSG Blomberg-Lippe mit 36:23 (16:14). Shenia Minevskaja präsentiert sich in Galaform.

Es gab viele Gründe für die TusSies, warum sie gegen die HSG Blomberg-Lippe unbedingt gewinnen mussten. Vier Niederlagen in Folge drückten doch sehr aufs pinke Gemüt. Dann hatte Trainer André Fuhr ein Anliegen: „Eine Niederlage gegen meinen alten Verein, das darf einfach nicht passieren.“ 16 Jahre hat er in Blomberg gewirkt – und unter anderem im vergangenen Jahr in der Öschhalle mit 27:25 gewonnen. Hat ihn damals gefreut. Jetzt stand er auf der anderen Seite und zeigte sich sehr angetan von den Darbietungen seiner neuen Mannschaft. Zumindest über weite Strecken. Fuhr nach dem Spiel: „Ich bin froh, dass wir gewonnen haben. Es war nicht nur für mich ein besonderes Spiel und dieser Erfolg war wichtig für uns. In Hälfte zwei haben wir richtig gut gespielt. Über die Geschwindigkeit und unseren Torhunger konnten wir bis zum Schluss das Ergebnis nach oben schrauben.“

Das konnte man zunächst nicht erahnen. Es ging aus Metzinger Sicht bescheiden los. Das 4:9 nach zwölf Minuten war zwei Faktoren geschuldet: Unvermögen paarte sich mit Pech. Fünf technische Fehler wurden begleitet von drei Holztreffern. Dass der Gast sehr sauber und engagiert spielte, recht forsch unterwegs war, trug seinen Teil zum alarmierenden Zwischenstand bei. Gut, dass die TusSies nicht die Nerven verloren, sondern sich daran machten, den Rückstand abzuarbeiten – und zwar konsequent. Hinten war Isabell Roch nach unglücklichem Auftakt fleißig am parieren, vorne lief es weitaus zielgerichteter. Julia Harsfalvi verwertete Gegenstöße. Shenia Minevskaja setzte sich energisch gegen alles durch, was sich ihr in den Weg stellte. Es stand, als Monika Kobylinska einen Kracher aus dem Rückraum versenkte, 13:11 (24.). 9:2 in zwölf  Minuten – nicht schlecht. In die Pause ging es beim 16:14. Die TuS war drin.

Alle Fehler abgestellt

Und es ging ganz geschmeidig weiter. Als HSG-Coach Steffen Birkner in der 36. Minute zum Plausch an die Seitenlinie bat, lag die TuS mit 20:14 in Front. Shenia Minevskaja war weiterhin blendend aufgelegt, Blomberg quasi stillgelegt. Der Gast war seiner stärksten Waffe, des Gegenstoßes, beraubt, weil die Pink Ladies ihre Fehlerquote gen null geschraubt hatten, und aus dem stehenden Angriff war es gänzlich aussichtslos, zum Erfolg zu kommen. Isabell Roch war heiß gelaufen, 13 Paraden wurden für die notiert, manches kam aber gar nicht durch, weil der TuS-Block auch in oberen Etagen Beton angerührt hatte.

Im Angriff waren die Gastgeberinnen von allen Positionen torgefährlich. Die rechte Fraktion mit Maren Weigel und Kelly Vollebregt trat in Erscheinung, Dorina Korsos spielte eine ganz starke zweite Hälfte. Nicht auf links sondern mittendrin. Shenia Minevskaja machte alles richtig, in Abschluss und Vorbereitung. Nach 47 Minuten freute man sich über ein 27:15, hinten raus schnappte Madita Kohorst noch etliche Bälle, vorne blieb der TuS-Express konsequent und treffsicher. Ein ganz feiner Auftritt mündete in den 36:23-Heimsieg. Da hatte man schon längst vergessen, dass in der Startphase von der Tribüne Unmutsäußerungen zu vernehmen waren. Die konnte man genauso nachvollziehen wie den Jubel nach getaner Arbeit.

Dass auch die Spielerinnen zufrieden waren, versteht sich von selbst. Shenia Minevskaja sagte: „Das wichtigste war, dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt sind. Zwar haben wir uns zu Beginn noch sehr schwer getan, uns aber am Ende selbst belohnt. Durch eine konsequente Abwehr in der zweiten Hälfte sind wir zu einfachen Toren gekommen, was wichtig für unser Spiel war.“

SO SPIELTEN SIE

TuS Metzingen gegen
HSG Blomberg-Lippe

36:23

TuS Metzingen: Kohorst, Roch – Zapf (2), Kobylinska (3), Kovacs (3), Minevskaja (10/1), Harsfalvi (3), Weigel (5), Vollebregt (4), Haggerty (1), Beddies (1), Behnke (2), Korsos (2)
HSG Blomberg-Lippe: Monz, Veith – Schnack (1), Rüffieux (2), Klaunig (2), Smits (4), van Zijl (4), Pichlmeier (1), Kordovska (2), Steenbakkers, Michielsen (4), Rodrigues (1), Franz, Petersen (2)
Siebenmeter: 2/1 (Minevskaja scheitert) – 3/2 (Petersen scheitert)
Zeitstrafen: Haggerty (2), Behnke, Kobylinska – Kordovska, van Zijl, Schnack
Schiedsrichter: Marcus Hurst, Mirko Krag
Zuschauer: 1000