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Die Kurpfalz Bären versuchen sich zu wehren

Die TuS Metzingen gewinnt beim Erstliga-Aufsteiger in Ketsch mit 35:24 (18:10). Marlene Zapf und Simone Petersen in Torlaune.
So hat man sich das vorgestellt. Die TuS Metzingen hat bei den Kurpfalz Bären in Ketsch einen überzeugenden 35:24 (18:10)-Sieg gelandet. Damit konnten sich die Pink Ladies für die 27:29-Auftaktniederlage gegen Blomberg-Lippe rehabilitieren – zumindest teilweise, die Punkte fehlen natürlich immer noch.
Man muss den Erfolg beim wackeren Aufsteiger nicht kleinreden, überbewerten wird ihn im Metzinger Lager aber sicher auch niemand. Die Kurpfalz Bären waren in ihren Mitteln sehr limitiert, hatten eigentlich nie eine Chance gegen die TusSies, die sich nach der Niederlage am Mittwoch recht tatendurstig präsentierten. Beim 4:10 nach einer Viertelstunde war der pinke Fisch bereits geputzt, die Pausengetränke nahm man beim 10:18 ein.

Manager Ferenc Rott zeigte sich mit dem ersten Spielabschnitt zufrieden: „Das war ein souveräner Auftritt, wenn auch noch nicht alles perfekt war. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht.“ Im Spiel nach vorne waren Marlene Zapf und Simone Petersen recht auffällig. Lena Degenhardt stand ihnen in nichts nach, ist im Rückraum bereits eine feste Größe und bewegt sich dort mit einer Selbstverständlichkeit, die für eine 20-Jährige imponierend ist.
Nach dem Seitenwechsel war sie bald nicht mehr die Jüngste. Trainerin Edina Rott konnte munter durchwechseln, hatte Katarzyna Janiszewska und Dorina Korsos an Bord, die am Mittwoch nicht spielberechtigt waren, weil sich ungeahnte Pass-Probleme auftaten (wir haben berichtet). Auch die Abteilung “Jugend forscht” mischte mit. Katarina Pandza, Laetitia Quist und  Rebecca Rott dankten es mit guten Leistungen gegen völlig überforderte Kurpfalz Bären, die am Ende mit der 24:35-Niederlage durchaus leben konnten.

Das konnte die TuS Metzingen freilich auch, bei der in der zweiten Halbzeit zunächst Simone Petersen mächtig am Gas drehte. Eine Bank war zudem Madita Kohorst im Tor, die schon in den ersten 30 Minuten einiges gefischt hatte und damit einfach weitermachte. Ein zusätzliches Problem für den Aufsteiger, dessen 3:2:1-Abwehr im Ansatz nicht schlecht war. Die Schlüssel waren aber schnell gefunden, weil so etwas natürlich auch Platz offeriert, der mit flinken Beinen auch genutzt wurde.
„Edina wollte die jungen Spielerinnen nicht zu früh bringen. Als sie dann drin waren, haben sie das Spiel positiv beeinflusst. Das hat mir sehr gefallen“, sagte Ferenc Rott. Um es nur noch einmal kurz zu erwähnen: Seine 15-jähige Tochter Rebecca spielte mit Katarina Pandza und Laetitia Quist (beide 17) im Rückraum. Und die Debütantinnen erfreuten nicht nur das Herz des Managers.
Nicht nur ihretwegen ist Ferenc Rott positiv gestimmt. „Alles gut, wir arbeiten konzentriert weiter. Nächste Woche noch ein gutes Spiel gegen Bensheim zeigen, dann kommen in der Pause wegen der EM-Quali die Verletzten zurück“, verweist Rott darauf, dass derzeit mit Delaila Amega, Marija Obradovic und Anika Niederwieser ja noch ein kompletter Rückraum fehlt. Ein hochkarätiger dazu.

Kurzer Blick auf den nächsten Samstag:
Es kommt die HSG Bensheim-Auerbach (Samstag, 19.30 Uhr). Die hat beim hochgehandelten BVB Dortmund lange Zeit furios gespielt, führte 15:7 (23.), zur Pause stand es 15:10 aus HSG-Sicht, am Ende hatte Dortmund beim 28:24 dann die Verhältnisse wieder zurechtgerückt. Das wird also auch eine richtig anspruchsvolle Aufgabe für die TusSies.

Kurpfalz Bären: Morrmann, Wiethoff – Michels (3), Feiniler (3), Brand (4), Marmodee, Fackel (2/1), Osswald (1), Reuthal, Möllmann, Fabritz, Moser (3), Engekhardt (4), Eckhardt (4/2)
TuS Metzingen: Kohorst, Roth – Zapf (7/3), Janiszewska (1), Pandza (2), Quist (1), van Wetering (3), Petersen (9/6), Kovacs, Degenhardt (4), Weigel (2), Hartstock (1), Hübner, Haggerty (2), Korsos (1), Rott (2)
Siebenmeter: 4/3 (Eckhardt vergibt) – 9/9
Zeitstrafen: Feiniler, Brand (2), Moser – Degenhardt, Hartstock, Haggerty (2)
Schiedsrichter: Tanja Schilha, Maike Merz
Zuschauer: 700

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP