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Zapf schnürt den Zehner-Pack

Die TuS Metzingen vermeldet vom letzten Spiel des Jahres einen 30:26 (17:14)-Sieg aus Oldenburg.

Die TusSies können völlig entspannt die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel angehen. Nach dem 30:26-Sieg im hohen Norden schließen sie das Jahr mit 14:4 Punkten ab. Oldenburg entpuppte sich am Sonntag als der erwartet harte Brocken, am Sieg der Metzingerinnen gab es aber nie einen Zweifel. Überragende Akteurin war Marlene Zapf, der nach 60 Minuten zehn Treffer gutgeschrieben wurden. Auch Madita Kohorst hat in der alten Heimat einen feinen Tag erwischt. Die Torhüterin sorgte mit 13 Paraden dafür, dass nichts anbrannte, hatte nach dem Wechsel auch die National-Rechtsaußen Jenny Behrend gut im Griff.

Pinkes 5:0-Intermezzo

Die TuS Metzingen gönnte ich eine gewisse Anlaufzeit, führte nach neun Minuten nach einem Zapf-Treffer mit 6:3, gab diesen Vorsprung aber binnen drei Zeigerumdrehungen wieder her. Imposant war das was folgte. Ein pinkes 5:0-Intermezzo (Bo van Wetering, Tamara Haggerty, Patricia Kovacs, Marlene Zapf und Anika Niederwieser), basierend auf einer stabilen Abwehr und einem guten Abschlussverhalten. Freilich konnte man den Vorsprung nicht halten, weil das mit der Abwehr nicht so gut weiterging. Oldenburg wurde zu viel erlaubt, in die Pause ging es beim 14:17.
Gut war, dass man die Gastgeber im zweiten Spielabschnitt immer auf mindestens zwei Tore Abstand halten konnte. In der Abwehr ging man aggressiver ans Werk, vorne galt es, mit den verschiedenen Deckungssystemen der Grün-Weißen klar zu kommen. Immer wurde offensiv gedeckt, sei es im 5:1- oder später im 4:2-Verbund. Auch mit der siebten Feldspielerin musste man sich auseinandersetzen.
Fünf Tore lag die TuS nach einem Petersen-Siebenmeter vorne (18:23, 40.), sechs waren es nach einem Niederwieser-Treffer zum 21:27 (47.). Dass in der Folge einiges weggeworfen wurde, machte sich beim Spielstand kaum bemerkbar, weil auch Oldenburg bis zum finalen 26:30 längst nicht alles ins Ziel brachte.

Nur einer geht vorbei

Kleiner Schönheitsfehler: „Marli“ Zapf hat mit der letzten Aktion einen Siebenmeter nicht rein gemacht. Sie wird es verschmerzen, die Trainerin hat ihr schnell verziehen. „Sie hat ansonsten in der zweiten Halbzeit alles getroffen, die Angriffe waren schön ausgespielt. Patricia Kovacs hat das Spiel gut gesteuert, Anika Niederwieser war die Chefin in der Abwehr“, lobte Edina Rott. Allerdings hätte sie sich ihr Team ein bisschen souveräner gewünscht. „In der ersten Halbzeit haben wir es im Angriff gut gemacht, dann aber unnötige Tore, zum Beispiel nach Abprallern, kassiert. Irgendwie kamen wir nicht so richtig weg, haben in der zweiten Halbzeit die offenen Deckungen dann aber ganz gut gelöst.“

Für die Ex-Oldenburgerin Cara Hartstock war es ein besonderes Spiel: „Es war ein seltsames Gefühl, gegen den alten Verein zu spielen. Oldenburg hat uns nie wirklich in unser Tempospiel kommen lassen. Dennoch haben wir  nicht locker gelassen und die zwei Punkte souverän nach Hause gebracht.“ Bo van Wetering meinte: „Wir hatten einen schwierigen Start, haben uns aber in die Partie gekämpft. Selbst gegen die offensive Abwehr und die zwischenzeitliche Manndeckung haben wir Lösungen gefunden. Ein verdienter Sieg und guter Jahresabschluss.“
Weil die TusSies am Wochenende kein Spiel haben, trifft man sich erst wieder am 2. Januar zum Training. Ab da liegt der Fokus auf dem Pokal-Viertelfinale am Freitag, 10. Januar, gegen die HSG Bensheim-Auerbach.

VfL Oldenburg: Renner, Reese – Fragge, Pichlmeier (4), Martens (3), Steffen, Kannegießer, Behrend (5), Logvin, Roller, Mikkelsen (5), Schoenaker (9/7), Staal, Teiken, Reinemann
TuS Metzingen: Kohorst, Roth – Zapf (10), Janiszewska, Pandza, Amega, van Wetering (2), Petersen (5/5), Kovacs (2), Niederwieser (3), Weigel (3), Hartstock (1), Hübner, Obradovic, Haggerty (3), Korsos (1)
Siebenmeter: 7/7 – 7/5 (Petersen und Zapf scheitern)
Zeitstrafen: Martens, Staal – –
Schiedsrichter: Fabian und Christian vom Dorff
Zuschauer: 1918

Wolfgang Seitz
Sportredakteur der SWP